Untergrundorganisation IRA sagt weitere Entwaffnung zu
In Nordirland mehren sich die Friedenssignale

Der Friedensprozess in Nordirland kommt nach monatelangem Stillstand wieder in Bewegung. London kündigte für November Wahlen an. Die IRA will Waffen abgeben.

HB BELFAST. Die IRA erklärte, sie wolle das Karfreitagsabkommen von 1998 wiederbeleben. Die IRA begrüßte die Rede von Gerry Adams, Präsident der IRA-nahen Partei Sinn Fein. Adams hatte sich kurz zuvor in Belfast für ein Ende der Gewalt zwischen den katholischen Republikanern und den protestantischen Unionisten ausgesprochen. Angaben zur Anzahl der Waffen, die freiwillig aus dem Verkehr gezogen werden sollten, enthielt die Stellungnahme jedoch nicht.

Der Termin für die Parlamentswahl wurde für den 26. November angesetzt, wie die Regierung in London bekannt gab. Aus der Wahl soll eine neue Allparteienregierung in Belfast unter proportionaler Beteiligung der Protestanten und Katholiken hervorgehen. Vor rund einem Jahr hatte Großbritannien die nordirische Selbstverwaltung nach zahlreichen Rückschlägen im Friedensprozess ausgesetzt und die Provinz der Londoner Direktkontrolle unterstellt.

„Dies könnte einer der bedeutendsten Tage Nordirlands seit dem Karfreitags-Abkommen sein“, sagte ein Sprecher des britischen Premierministers Tony Blair. Das Abkommen von 1998 sieht die Autonomie Nordirlands sowie die Verteilung der Macht im Regionalparlament und der Regierung zwischen Katholiken und Protestanten vor.

Der Übergang von Terror zu Demokratie stehe jetzt hoffentlich bald bevor, sagte ein Sprecher der probritischen Ulster Unionist Party. Der britische Premierminister Tony Blair und sein irischer Kollege Bertie Ahern wollten vor Ort weitere Gespräche über den Friedensprozess führen.

Die Wahl in Nordirland war ursprünglich bereits im Mai geplant. Sie wurde aber von Blair mit der Begründung verschoben, die IRA habe sich nicht deutlich genug zu einem Gewaltverzicht bekannt.

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