Unterstützung China macht Europas Schuldenländern Mut

Vizepremier Wang verspricht den finanziell angeschlagenen Euro-Staaten Unterstützung. Damit treibt China seine Politik der Hilfsbereitschaft voran – aus Kalkül und Eigeninteresse. Denn der EU-Binnenmarkt ist für das Reich der Mitte ein wichtiger Schlüssel zu anhaltendem Wachstum. Dem Euro nützt die Hilfe. Zumindest kurzfristig.
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Der chinesische Vizepräsident Wang sichert dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission Almunia Unterstützung zu. Quelle: Reuters

Der chinesische Vizepräsident Wang sichert dem Vizepräsidenten der Europäischen Kommission Almunia Unterstützung zu.

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BRÜSSEL. Europa hat in der Schuldenkrise viel zu verlieren – doch daran kann dem Rivalen China nicht gelegen sein. So bekräftigte Chinas Vizepremier Wang Qishan gestern beim Treffen mit einer hochrangigen EU-Wirtschaftsdelegation, dass seine Regierung konkrete Schritte unternehme, um einigen EU-Mitgliedern bei der Bewältigung der Schuldenkrise zu helfen. Details nannte Wang nicht, dennoch erholte sich die europäische Gemeinschaftswährung an den Devisenmärkten deutlich.

Tatsächlich hat China in den vergangenen Monaten spanische, griechische und portugiesische Staatsanleihen gekauft und den Regierungen für die Zukunft finanzielle Hilfe versprochen. Auch werden Pekings Offizielle nicht müde, das Interesse an Investitionen in Europa zu betonen. So wurden mit Griechenland in diesem Jahr bereits zahlreiche Kooperationsabkommen in den Bereichen Schifffahrt, Handel, Kultur und Tourismus vereinbart.

Devisenreserven in Billionenhöhe

Hinter der Europafreundlichkeit steckt freilich Kalkül – und Eigeninteresse. Chinas Außenhandel wirft Monat für Monat Überschüsse in Milliardenhöhe ab. Derzeit verfügt das Land über Fremdwährungsreserven im Wert von rund 2,6 Billionen Dollar, für die Peking dringend Anlagemöglichkeiten sucht.

An einer Krise in Europa kann den Chinesen auch deshalb nicht gelegen sein, weil die EU ihr wichtigster Handelspartner ist. Das bilaterale Volumen lag laut Wang in den ersten elf Monaten 2010 um ein Drittel über dem Vorjahresniveau bei 330 Milliarden Euro. Das Defizit Europas bei den gehandelten Waren ist jedoch enorm; 2009 lag es bei rund 133 Milliarden Euro.

Der zweite und in den Augen von Landeskennern wohl ähnlich wichtige Grund für das Bemühen um Stabilität in der EU-Wirtschaft besteht darin, dass sich Peking durch Investitionen offenbar Rückendeckung aus Europa verschaffen will, wenn es darum geht, seine Politik des billigen Yuan zu sichern. Darüber gibt es seit geraumer Zeit massiven Streit auf internationaler Ebene. Vor allem den USA ist Chinas Währungspolitik ein Dorn im Auge, verbilligt sie doch chinesische Produkte auf dem Weltmarkt.

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