Unterstützung für Uno
Interpol legt Datenbank für Tote Vermisste an

Als Konsequenz aus der Flutkatastrophe im vergangenen Dezember in Südasien baut Interpol eine internationale Datenbank für unbekannte Tote und Vermisste auf. Das teilte Interpol-Präsident Jackie Selebi zum Abschluss der 74.Generalversammlung der Internationalen Kriminalpolizeiorganisation am Donnerstag in Berlin mit.

HB BERLIN. Die Versammlung bestätigte den US-Amerikaner Ronald K. Noble mit großer Mehrheit für weitere fünf Jahre als Interpol-Generalsekretär. Mit dem Vizepräsidenten des Bundeskriminalamtes (BKA), Jürgen Stock, gehört künftig auch ein Deutscher dem Exekutivkomitee der seit 1923 bestehenden Polizeiorganisation an.

Mit dem Aufbau der Vermisstendatei folgt Interpol einem Vorschlag von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Nach seiner Auffassung wird die Datenbank dazu beitragen, dass Opfer von Naturkatastrophen und Terroranschlägen künftig schneller identifiziert werden können. Das BKA werde den technischen Aufbau maßgeblich begleiten.

Auf der viertägigen Konferenz hatte Interpol auch beschlossen, die Vereinten Nationen (Uno) im weltweiten Anti-Terror-Kampf stärker zu unterstützen. Grundlage dafür ist die Fahndungsliste des Uno- Sicherheitsrates, auf der 328 Personen unter anderem des Terrornetzwerkes El Kaida und 119 Terrorgruppen stehen.

Zudem will die Organisation ihre Datenbank für verlorene und gefälschte Personalpapiere ausbauen und nach den Worten Schilys auch den Grenzpolizeibehörden der Interpol-Staaten und Polizisten auf Flughäfen zur Verfügung stellen. Reisepapiere sollen künftig direkt mit der Datenbank abgeglichen werden können. Eine koordinierende Rolle will Interpol beim Vorgehen gegen Veröffentlichungen von Terroristen im Internet übernehmen. Es sei nicht hinzunehmen, dass im Internet etwa Anleitungen zum Bombenbau zu lesen seien, sagte Schily.

Nach Angaben Selibis beschloss die Versammlung zudem, afrikanische Staaten durch Ausbildungshilfen für Polizisten bei der Bekämpfung terroristischer Aktivitäten zu unterstützen. Für Lateinamerika wurde ein Programm gegen den illegalen Handel mit Kleinwaffen gebilligt. Für Katastrophenopfer wird ein Krisenfonds aufgelegt. Interpol hat derzeit 184 Mitgliedstaaten - zwei von ihnen wurden in Berlin neu aufgenommen. Die nächste Generalversammlung ist in Brasilien.

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