Unterstützung von Exil-Haitianern: Haiti: Rebellen marschieren auf Hauptstadt zu

Unterstützung von Exil-Haitianern
Haiti: Rebellen marschieren auf Hauptstadt zu

Seit Anfang Februar sind bei bewaffneten Zusammenstößen in Haiti mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Am Montag haben bewaffneten Rebellen eine weitere Stadt erobert. Die Opposition wirft Präsident Jean Bertrand Aristide Inkompetenz und Korruption vor und fordert den sofortigen Rücktritt. Frankreich prüft unterdessen die Entsendung einer Friedenstruppe nach Haiti.

HB PORT-AU-PRINCE/PARIS. Etwa 50 Männer in Armeeuniformen vertrieben nach einem zweistündigen Feuergefecht die Polizei aus der im zentralen Hochland gelegenen Stadt Hinche, berichteten Radiosender. Bei den Schießereien seien drei Menschen getötet worden, unter ihnen der örtliche Polizeichef Jonas Maxime. Die Nachrichtenagentur Haiti Press Network meldete, dass die Angreifer am Abend die ganze Stadt unter ihrer Kontrolle hatten. In der Provinzhauptstadt rund 130 Kilometer nordöstlich von Port-au-Prince leben etwa 87 000 Menschen

Die Angreifer seien vom Exil-Haitianer Louis-Jodel Chamblain angeführt worden. Er war während der blutigen Militärdiktatur von General Raoul Cédras (1991-1994) einer der Chefs der gefürchteten paramilitärischen Organisation FRAPH. Zusammen mit dem früheren Polizeichef Guy Philippe verkündete er am Samstag öffentlich, dass er sich den Rebellen in der Stadt Gonaives angeschlossen habe und mit ihnen in Kürze die Hauptstadt Port-au-Prince erobern wolle.
Chamblain und Philippe lebten in der Dominikanischen Republik im Exil und sind am Samstag nach Haiti zurückgekehrt, um die Rebellen gegen Aristide zu verstärken.

Haitis Präsident Jean Bertrand Aristide sagte am Abend vor der Presse, dass er das Ausland um Unterstützung im Kampf gegen den „Terrorismus“ gebeten habe. Um welche Art von Unterstützung es sich handeln könnte, führte er nicht näher aus. Er äußerte sich zugleich zuversichtlich, dass sich die politische Krise über Wahlen lösen lasse. Die Opposition fordert aber den sofortigen Rücktritt Aristides und sieht die Voraussetzungen für Parlamentswahlen nicht gegeben, solange er an der Macht ist. Aristide will seine bis Februar 2006 dauernde Amtszeit zu Ende führen.

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