Untersuchung bestätigt
Ukrainischer Ex-Innenminister beging Selbstmord

Definitiv Selbstmord hat der vor einem Monat tot aufgefundene Ex-Innenminister der Ukraine, Juri Krawtschenko, nach Angaben des Geheimdienstes in Kiew begangen. „Eine andere Tatversion als Selbstmord gibt es heute nicht mehr“, sagte der Chef des Geheimdienstes SBU, Alexander Turtschinow, am Donnerstag in der ukrainischen Hauptstadt.

HB KIEW. Krawtschenko hatte am Tag seines Todes als einer der Hauptverdächtigen im Fall des vor fünf Jahren ermordeten Journalisten Georgi Gongadse aussagen sollen.

Dass Krawtschenko mit zwei Schusswunden im Kopf aufgefunden worden sei, lasse sich leicht erklären. Der erste Schuss sei nicht tödlich gewesen, deshalb habe Krawtschenko ein zweites Mal abgedrückt, betonte Turtschinow. Angehörige hatten den toten Politiker am 4. März auf dessen Landsitz bei Kiew gefunden. In Kiew gab es bis zuletzt Gerüchte, Krawtschenko habe mit seinem Wissen die alte Führung in Gefahr bringen können und sei deshalb ermordet worden.

Krawtschenko hatte in einem Abschiedsbrief den früheren Präsidenten Leonid Kutschma mit seinem Tod in Verbindung gebracht. Kutschma und dessen Umgebung seien der Grund für seine Entscheidung, schrieb Krawtschenko nach Behördenangaben. Neben Krawtschenko steht auch Kutschma im Verdacht, in den Mord an Gongadse verwickelt gewesen zu sein. Der neue ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hatte die Justiz angewiesen, den nicht gelösten Fall Gongadse von neuem aufzurollen.

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