Untersuchung eingeleitet
IWF-Chef entschuldigt sich für Affäre

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat sich für eine Affäre mit einer früheren Mitarbeiterin entschuldigt. Zugleich bestritt er aber, sein Amt missbraucht zu haben.

HB WASHINGTON. Der 59-Jährige schrieb am Montag in einer E-Mail an die IWF-Belegschaft: "Ich entschuldige mich, und ich bedauere diesen Vorfall sehr." Das meldete das "Wall Street Journal". Nach einem Bericht der Zeitung vom Dienstag untersucht der Fonds nun, ob Strauss-Kahn bei der Vergabe eines Praktikums unzulässigen Einfluss nahm.

Erst vor 15 Monaten war der Präsident der Weltbank, Paul Wolfowitz, wegen einer Günstlingsaffäre zurückgetreten. Der frühere US-Vizeverteidigungsminister hatte dazu beigetragen, dass seine ursprünglich ebenfalls bei der Weltbank beschäftigte Lebensgefährtin eine Beförderung samt großzügiger Gehaltserhöhung erhielt. Weltbank und Währungsfonds sind Schwesterorganisationen.

In der Affäre Strauss-Kahns hat der IWF eine renommierte Anwaltskanzlei beauftragt zu untersuchen, ob der frühere französische Finanzminister der Frau Vergünstigungen zukommen ließ. Mit einem Ergebnis werde zum Ende des Monats gerechnet, teilte der Weltwährungsfonds mit.

Die Affäre hatte sich nach den Worten Strauss-Kahns im Januar ereignet. Im August war die Frau aus der Afrika-Abteilung des IWF zur Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gewechselt. Laut "Wall Street Journal" prüft die Anwaltskanzlei unter anderem, ob dabei in unzulässiger Weise Geld floss. Strauss-Kahn, der verheiratet ist, war erst im September 2007 an die Spitze des IWF gewählt worden.

Bei der Vergabe des Praktikums an eine 26-Jährige, deren Eltern laut "Wall Street Journal" mit Strauss-Kahn und dessen Frau befreundet sind, gebe es "keinen Beweis einer Begünstigung", wird ein Sprecher zitiert. Die Sache sei an die Rechtsabteilung des IWF geleitet worden, die soweit keine weiteren Schritte unternommen habe. Der IWF-Chef unterstrich, dass er mit Blick auf die Affäre die Ermittlungen unterstütze. "Viele von Ihnen werden empfinden, dass ich Sie hängen gelassen habe, und ich verstehe diese Gefühle", schrieb Strauss-Kahn in seiner Mail an die Mitarbeiter des Fonds.

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