Untersuchung
US-Ärzte: Beweise für Folter in Irak und Guantánamo

US-Ärzte haben nach eigenen Angaben bei medizinischen Untersuchungen von ehemaligen Gefangenen im Irak und in Guantánamo Bay klare Hinweise auf Folter gefunden. Die Mediziner stießen demnach unter anderem auf physische und psychische Spuren von Schlägen, Elektroschocks und Vergewaltigung.

HB WASHINGTON. Dazu gehörten Narben und Symptome von schweren psychischen Folgeschäden, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Gruppe „Physicians for Human Rights“, einer Organisation von Medizinern, die sich für die Menschenrechte einsetzt.

Demnach untersuchten Spezialisten elf ehemalige Häftlinge, die sich als Terrorverdächtige durchschnittlich drei Jahre in US-Gewahrsam befanden und nach eigenen Angaben gefoltert wurden. Zudem habe es psychologische Tests gegeben, um die Wahrhaftigkeit ihrer Vorwürfe zu prüfen.

Laut Bericht bestätigte sich, dass die Häftlinge, die später alle ohne Strafverfolgung aus dem Gewahrsam entlassen worden seien, tatsächlich gequält wurden. Es seien klare physische und psychische Spuren von Schlägen, Elektroschocks, Schlafentzug, sexueller Erniedrigung, Vergewaltigung und anderen schweren Misshandlungen gefunden worden.

In einem Begleitkommentar schreibt der pensionierte General Antonio Taguba, die Untersuchungsergebnisse deuteten auf „systematische Folter“ hin. Taguba leitete die Ermittlungen im Skandal um die Misshandlungen von Gefangenen durch US-Soldaten im irakischen Gefängnis Abu Ghoreib 2003. Mehrere der untersuchten Häftlinge wurden dem Bericht zufolge in dieser Einrichtung festgehalten, andere im Lager Guantánamo Bay auf Kuba. Die übrigen befanden sich in Afghanistan in US-Gewahrsam.

Bei einem der in Abu Ghoreib festgehaltenen Männer seien beispielsweise bei Röntgenaufnahmen schwere Gelenkverletzungen festgestellt worden – ein Befund, der die Angaben des Ex-Häftlings bestätige, dass er im Gefängnis wiederholt stundenlang an den Armen aufgehängt worden sei.

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