Untersuchungsausschuss
Griechenland will Schuldenkrise aufarbeiten

Das griechische Parlament richtet einen Untersuchungsausschuss ein, der den Weg in die Schuldenkrise und die beiden Rettungspakete aufarbeiten soll. Bürger sollen Antworten bekommen, sagt Ministerpräsident Tsipras.
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AthenEin Untersuchungsausschuss des griechischen Parlaments soll den Weg in die Schuldenkrise und die Umstände der beiden Rettungspakete beleuchten. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte am Dienstag für die Einsetzung des Gremiums, das die Vereinbarungen mit den internationalen Geldgebern und die Umsetzung der Sparmaßnahmen prüfen soll.

Ministerpräsident Alexis Tsipras löste damit ein Wahlversprechen seines linksgerichteten Syriza-Bündnisses ein, das die Auflagen als unsozial ablehnt.

Der Schritt werde nach fünf Jahren Schweigen des Parlaments dafür sorgen, dass die griechische Bevölkerung Antworten in diesen Fragen erhalte, sagte Tsipras. Sein konservativer Antonis Samaras warf dem Syriza-Chef vor, mit dem Ausschuss die Bevölkerung von den drängenden aktuellen Problemen ablenken zu wollen.

Griechenland musste 2009 einräumen, gegenüber der EU falsche Angaben zum Haushaltsdefizit gemacht zu haben. Das Land wurde 2010 und 2012 mit insgesamt 240 Milliarden Euro von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vor dem Finanzkollaps gerettet. Bedingung dafür waren Reformen und rigide Sparmaßnahmen, die viele Griechen in Not gestürzt haben.

Derzeit ringt die von Syriza geführte Regierung des erneut von der Pleite bedrohten Landes mit den Geldgebern um die Bedingungen für die Auszahlung von insgesamt 7,2 Milliarden aus dem noch laufenden Rettungspaket.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Untersuchungsausschuss: Griechenland will Schuldenkrise aufarbeiten"

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  • Wer war für den Betrug verantwortlich, dass Griechenland überhaupt den EURO als Währung bekommt? Die Frage sollte gestellt werden. Denn die Kriterien würde Griechenland bis heute nicht erfüllen und somit nie in den Genuss der Subventionen kommen. Griechenland hat lange über seine Verhältnisse gelebt und mit dem EURO wurde alles nur noch viel schlimmer. Dass Goldman Sachs seine Finger im Spiel gehabt hat, ist ja bekannt aber wer von den Griechen hat die Idee zum Fälschen gehabt?

    Reiche Griechen haben schon weit vor der Krise ihren Sitz im Ausland gehabt und Geld zum Beispiel in der Schweiz geparkt, siehe Onassis & Co. Denen jetzt an den Pelz zu rücken ist genauso absurd wie Griechenlands Reparationsforderungen Deutschland gegenüber. Das bringt gar nichts und ist Nonsens.

  • Es wäre sicher sinnvoller die ganze Kraft in die Sparte Einnahmen zu stecken!

    Das griechische Volk wäre sicher darüber erfreut endlich zu hören wie schnell die Steuergelder bei den reichen Griechen eingetrieben werden!

    Was ist mit dem Geld das auf Schweizer Konten lagert? Wie sieht die Besteuerung der Reeder in Zukunft aus und bis wann kann der Staat da mit mehr Geld rechnen!

    Erst wenn die Hausaufgaben der Einnahmen endlich gemacht sind, kann man sich mit dem alten Zopf beschäftigen!
    Ansonsten sieht alles nach reiner Ablenkung aus!

  • Es ist unglaublich was für ein braunes Gedankengut sich auf den Foren des Handelsblattes rumtummelt. Gott sei Dank erkennt man sie sehr leicht an ihrer Wortwahl.

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