Untersuchungsausschuss
Olmert verteidigt Libanon-Krieg

Bei seiner Anhörung vor dem Untersuchungsausschuss zum Libanon-Krieg vom vergangenen Sommer hat der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert seine Entscheidung zum Militäreinsatz verteidigt. Er gab aber auch zu, in einem Punkt komplett daneben gelegen zu haben.

HB TEL AVIV. Die israelische Führung hat Ausmaß und Dauer des Libanonkriegs nach jetzt veröffentlichten Zeugenaussagen dramatisch unterschätzt. Man habe sich nur auf einen Militäreinsatz von etwa zehn bis 14 Tagen eingestellt, sagten Ministerpräsident Ehud Olmert (Kadima) und Verteidigungsminister Amir Perez (Arbeitspartei) während ihrer Befragung vor der zuständigen Untersuchungskommission. Tatsächlich dauerte der Krieg im Sommer 2006 gut einen Monat. Die so genannte Winograd-Kommission gab die Zeugenaussagen der politischen und militärischen Führungsspitze am Donnerstag zur Veröffentlichung frei, Teile blieben allerdings unter Zensur.

Die Veröffentlichung der Aussagen galt als brisant, weil Olmert und Perez bereits in einem Zwischenbericht der Kommission für ihre Fehler während des Kriegs scharf kritisiert worden waren und in eine politische Krise stürzten. Angesichts der innenpolitischen Ungewissheit in Israel hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice sogar einen für kommende Woche geplanten Besuch in der Region abgesagt. Politische Gegner bekräftigten nach Veröffentlichung der Zeugenaussagen ihre Forderungen nach einem Rücktritt von Olmert und Perez.

Der inzwischen zurückgetretene Generalstabschef Dan Haluz sagte aus, die überlange Dauer des Kriegs sei letztendlich der größte Fehler gewesen. Olmert erklärte, die Armee habe in den ersten Kriegstagen „enttäuscht“. Auf der höheren Kommandoebene sei etwas falsch gelaufen. „Etwas am Einsatz der Truppen und ihrer Kontrolle war nicht, was wir erwartet hatten - und dies hat zweifellos eine Diskrepanz geschaffen zwischen dem, was wir hätten erreichen können und dem, was wir tatsächlich erzielt haben“, sagte Olmert.

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