Untersuchungsausschuss zum 11. September 2001
El Kaida hatte zehn Anschläge geplant

Die Terrororganisation El Kaida plante nach Erkenntnissen des unabhängigen US-Untersuchungsausschusses zum 11. September 2001 ursprünglich in den USA insgesamt zehn Anschläg mit Flugzeugen. Zudem seien gleichzeitig Anschläge in Asien geplant gewesen.

HB WASHINGTON. Neben dem World Trade Center in New York und dem Verteidigungsministerium bei Washington sollten Flugzeuge auf das Weiße Haus, das Kapitol, die Hauptquartiere von CIA und FBI sowie auf Atomkraftwerke und weitere Hochhäuser stürzen, heißt es in einem am Mittwoch in Washington vorgelegten Bericht der Kommission, die die Hintergründe der Attentate vom 11. September 2001 untersuchte.

Meinungsverschiedenheiten in der El-Kaida-Führung und Probleme bei der Vorbereitung der Anschläge hätten schließlich zu der Entscheidung für weniger Ziele geführt. Bei den Anschlägen kamen rund 3000 Menschen ums Leben.

In dem Untersuchungsbericht widersprach die Kommission zugleich der Argumentation der US-Regierung, wonach die El-Kaida-Extremisten mit dem Irak gemeinsame Sache gemacht haben sollen. El-Kaida-Chef Osama bin Laden habe sich zwar 1994 mit einem hochrangigen irakischen Geheimdienstoffizier getroffen, um Möglichkeiten einer Kooperation auszuloten. Doch hätten die Pläne offensichtlich keine Früchte getragen.

US-Präsident George W. Bush und sein Stellvertreter Dick Cheney hatten diese Woche erneut ihre bereits vor dem Irak-Krieg geäußerte These bekräftigt, wonach die Verbindung zwischen Irak und El Kaida eine unerträgliche Gefahr für die USA gewesen sei.

In dem Untersuchungsbericht heißt es hingegen: „Wir haben keine glaubhaften Hinweise darauf, dass der Irak und El Kaida bei Angriffen auf die USA kooperiert haben.“ Auch habe die Untersuchung ergeben, dass El Kaida vor dem 11. September 2001 praktisch von keiner Regierung finanziell unterstützt worden sei. Einzige Ausnahme sei eine begrenzte Hilfe der radikal-islamischen Taliban-Regierung in Afghanistan für El Kaida gewesen. Zudem hätten sich in Saudi-Arabien für die Gruppe gute Finanzierungsquellen aufgetan.

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