Untersuchungsbericht veröffentlicht
UN macht Kriminelle für Hariri-Mord verantwortlich

Der Mord an dem früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri im Februar 2005 geht offenbar auf das Konto eines „kriminellen Netzwerks“. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen.

dpa NEW YORK. Für den Mord an dem früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri ist nach Erkenntnissen der zuständigen UN-Untersuchungskommission ein „kriminelles Netzwerk“ verantwortlich. Es gebe Anhaltspunkte, dass diese Gruppe das Attentat im Jahr 2005 gemeinschaftlich ausgeführt habe, heißt es in einem Kommissions-Bericht, der am Freitag dem Sicherheitsrat in New York zugeleitet wurde. Dieses „Hariri-Netzwerk“ oder zumindest ein Teil davon sei auch für weitere Morde im Libanon seit 2004 verantwortlich, hieß es.

Bisher wurden als Drahtzieher des Attentats syrische Funktionäre verdächtigt. Ob der Hinweis auf ein „kriminelles Netzwerk“ diese These stützt oder nicht, macht der Bericht nicht deutlich. Zu Syrien heißt es nur allgemein, die Zusammenarbeit mit den dortigen Behörden sei weiterhin „grundsätzlich zufriedenstellend“.

In dem Bericht heißt es: „Die Kommission hat Beweise gesammelt, die zeigen, dass das Hariri-Netzwerk vor dem Anschlag auf Hariri bestand; dass es Rafik Hariri vor dem Anschlag unter Beobachtung stellte; dass es am Tag des Anschlags tätig war und mindestens ein Teil des Netzwerks nach dem Anschlag weiterhin bestand und handelte.“ Priorität bei der Untersuchung habe jetzt die Frage nach der Größe des Netzwerks, der Identität der Mitglieder und den Verbindungen zu anderen Attentaten.

Bei dem Bombenanschlag auf Hariri waren im Februar 2005 insgesamt 23 Menschen ums Leben gekommen. Die von dem Kanadier Daniel Bellemare geleitete internationale Untersuchungskommission geht zudem 20 weiteren Attentaten nach. Elf davon waren laut Bericht gezielte Anschläge auf Politiker, Journalisten oder Sicherheitsbeamte. Bei den restlichen handelte es sich um Bombenanschläge ohne festes Ziel. Insgesamt kamen 61 Menschen ums Leben, mindestens 494 wurden verletzt. Im Berichtszeitraum seit Ende November 2007 habe sich die Sicherheitslage im Libanon verschlechtert, heißt es in dem Report.

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