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Unterwegs in Iran: Zwischen Mullahs, Mammon und der Mauer des Schweigens

Irans radikaler Präsident überrascht immer wieder: Zuletzt mit weit reichenden Wirtschaftsreformen. Das Volk muss dazu schweigen. Auf Basaren zieht die Angst ein. Aber auch das Regime hat Angst – können die scharfen Sanktionen des Sicherheitsrats den Scharfmacher stoppen?

Mullah-Werbung auf einer Straße in Teheran. Das Bild des islamischen Staates wird durch Religiösität und Kommerz geprägt. Quelle: Mathias Brüggmann
Mullah-Werbung auf einer Straße in Teheran. Das Bild des islamischen Staates wird durch Religiösität und Kommerz geprägt. Quelle: Mathias Brüggmann

TEHERAN. Zum Neujahrsfest gab es noch einmal einen ordentlichen Schluck aus der Pulle mit Zaubertrank. Zu den Nowrouz-Feiern Ende März bekamen Irans Autofahrer noch einmal 80 Liter Benzin extra zum subventionierten Preis von nur 1000 Rial (umgerechnet lächerliche 0,08 Euro). Wenigstens zum Fest sollten die Perser nicht darben und ihre Lieben auch per Auto in weit entfernten Landesteilen besuchen können. Zuvor aber hatte die Regierung des radikalen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad ernst gemacht: Nur noch 60 Liter statt bislang 100 gibt es nun noch zum subventionierten Billigpreis - wer mehr Sprit braucht, muss 4000 Rial je Liter hinblättern.

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Auch an anderer Front zieht Ahmadinedschad jetzt überraschend deutlich durch: Neben Benzin sollen nun auch Brot, Mehl, Strom und Wasser reale Preise bekommen. Und seither fragen sich Politiker und Beobachter in Teheran vor allem eines - warum? Was treibt den kleinen Mann mit seiner sandfarbenen Windjacke, den tief in den Höhlen versteckten Augen und dem Drei-Wochen-Flaum um und an? Wer Ahmadinedschad dieser Tage in Teheran sieht, erlebt einen Eiferer: Ob Atomkonflikt oder Subventionsstopp - Irans Präsident zieht durch, polarisiert, beharrt auf seiner Position und kanzelt die anderen mit scharfen Worten ab.

Dabei brannten im Juli 2007, als Ahmadinedschad die Benzin-Rationierung begann, landesweit Dutzende Tankstellen - Aufruhr der Autofahrer. Diese Entrüstung ist Ahmadinedschad nie wieder losgeworden, der seinen ersten Wahlsieg 2005 mit dem Versprechen einfuhr, "mit den reichen Öleinnahmen die Tische der Armen zu decken". So bekam er bei der Wahl im Juni 2009 auch die Stimmen vieler früherer Anhänger nicht mehr und ließ die Proteste seiner Gegner gegen die massiven Wahlfälschungen brutal von Revolutionsgarden niederschlagen. Dutzende Tote, Tausende Verhaftete, von denen viele totgefoltert oder exekutiert wurden, Hunderte Regimegegner sitzen noch im berüchtigten Evin-Gefängnis in der Hauptstadt ein.

Doch die Angst hat auch das Regime nicht abgestreift: Zum traditionellen Freitagsgebet unter dem schmucklosen Wellblechdach über dem Campus der Teheraner Universität fahren sie wieder vor, die berüchtigten Prügel-Polizisten: Auf roten Honda-Motorrädern sitzt vorn ein Mann mit beigefarbener Jacke und hinten ein Uniformierter mit langem Schlagstock in der Hand. Die Knüppelgarden rasen an der Uni vorbei.

Und zugleich tritt ein Mann in Zivil auf mich zu, während ich auf der Bank einer Bushaltestelle schräg gegenüber lese: "Mitkommen!", befiehlt der Mann barsch. Und nur ein Walkie-Talkie in seiner Tasche lässt den muskulösen Mann mit Wildlederjacke und Drei-Tage-Bart als möglichen Zivilpolizisten erahnen. Als ich mich weigere und nach seinen Papieren frage, bringt er drei Minuten später sichtlich erboster einen Polizeibeamten mit. "Mitkommen! Ausweiskontrolle", herrscht er mich an. Auf meine Frage nach dem wohin, antwortet er: "Auf die Polizeiwache." Bei einem Pulk Polizisten am Eingang zum Freitagsgebets-Campus zeige ich meine Schreiben des Ministeriums für islamische Leitung (Erschad). Nach einigen Minuten lassen sie mich gehen mit den Worten "hau von hier ab!"

Handelsminister Mehdi Ghazanfari: Die Sanktionen helfen uns. Quelle: Mathias Brüggmann
Handelsminister Mehdi Ghazanfari: Die Sanktionen helfen uns. Quelle: Mathias Brüggmann

Wie wortgenau das gemeint war, wird zehn Minuten deutlich. Als eine zivile Motorradstreife mich erneut aufgreift am hundert Meter entfernten, belebten Enqelab-Platz, wo 1979 Millionen Perser die Rückkehr ihres Revolutions- und Religionsführers Ayatollah Chomeini aus dem Exil und den Sturz des grausamen Diktators Schah Mohammad Reza Pahlavi feierten. "Sie sollen verschwinden!", brüllt ein Zivilpolizist, nachdem er meine Erschad-Papiere, die sogar die Teilnahme am Freitagsgebet erlauben, gelesen hatte. Eine Viertelstunde später erfolgt eine erneute Festnahme mit Mitnahme auf eine kleine Polizeistation. Der Uniformierte studiert meine Papiere und lässt mich gehen, was ich nun auch tatsächlich tue.

Das Regime hat seine Augen und Ohren mittlerweile überall. So ist es kaum verwunderlich, dass kaum jemand mit westlichen Journalisten reden will. "Für uns ist das eine Frage von Leben und Tod", sagt ein alter Bekannter am Telefon und lehnt ein Treffen im mondänen Norden des stickigen Millionen-Molochs Teheran ab.

Ober- und Unterstadt - wohl nirgends ist die Trennung, vielleicht von Bergamo einmal abgesehen, zwischen oben und unten in einer Stadt so groß wie in Teheran: Von dem auf 1700 Metern an den Wänden des Elburs-Gebirges bis tief hinab in die Salzwüste erstreckt sich die 15 Millionen Einwohner zählende persische Metropole. Oben, wo man sogar im April noch bei klarer Luft und Sonne über den Smogschichten Ski laufen kann, leben auch nach der Flucht des Schahs und seines Gefolges die Reichen auf dem Pfauenthron der Stadt. Unten, wo die Abgase der Millionen Autos jährlich 5000 Menschenleben wegen Atemwegerkrankungen dahinraffen und Verkehrsunfälle stündlich drei Tote fordern, haust die Armut. Hier breitet sich auch die Drogensucht rasant aus.

Dazwischen klebt die Mitte. Berlan heißt der traditionelle Bazar an der einstigen Vergnügungsmeile aus Schah-Zeiten. Wo das baufällige und eingerüstete Pars-Theater den heutigen Persern zeigt, dass die Mullahs die Muse nicht mögen, nur noch Brot und keine Spiele mehr. Und jetzt bald vielleicht nicht einmal mehr Brot: Das sei natürlich noch immer eine privilegierte Einkaufslage, die Ladenmieten seien hoch, die Preise auch, räumt ein bärtiger Mittfünfziger ein. "Berlin" nenne man den Berlan-Basar hier, aber nicht wegen deutscher Preise, sondern weil die bundesrepublikanische Botschaft gleich um die Ecke liegt.

Und ein Händler, nennen wir ihn zum Schutz vor Nachfragen durch die Geheimpolizei Reza, klagt: "Die Leute kaufen immer weniger. Sie haben kein Geld mehr, denn alles wird rasant teurer. Da bleibt nur noch etwas für Lebensmittel und nicht einmal für das dort", zeigt er auf Kosmetik-Tübchen von "Nivea" und "Gillette", die sich einträchtig zwischen iranischen Gels, Shampoos und Cremes einreihen und so den Beweis antreten, dass trotz der UN-Sanktionen im Iran weiterhin alles zu bekommen ist.

Aber schlimmer noch: Die meisten Kunden, berichtet Ladenbesitzer Reza, hätten jetzt nicht einmal mehr Lust zum Shoppen, was bislang bevorzugte Handlung der Iraner sogar am eigentliche heiligen Freitag war. Eine westliche Beobachterin in Teheran will sogar festgestellt haben, dass seit der brutalen und blutigen Niederschlagung der Oppositionsprotest nun "sogar das Lachen aus der Stadt verflogen ist". Auch ein befreundetes Pärchen, das entgegen der strengen islamischen Sitte unverheiratet zusammenlebt, sagt, das Leben sei unerträglich geworden, sie sähen - anders als vor der umstrittenen Wahl - für sich keine Perspektive in ihrer Heimat mehr und wollten auswandern.

Ein Teppichhändler spricht in seinem Reich der Garne in rot, dunkelrot, weinrot, blau, gelb und grün davon, dass "kaum noch westliche Kunden hier kaufen. Wenn überhaupt noch ausländische Kunden kommen, dann Chinesen und Russen." Ahmadinedschad hat mit seinem Atom-Kurs den Iran isoliert. Westliche Firmen mussten wegen des Drucks aus ihren Hauptstädten den Großteil ihrer Geschäfte einstellen, chinesische und russische Firmen schließen die Lücke.

Auch ein Pistazienhändler auf dem Basar, wo es verführerisch nach getrockneten Rosenblättern, Kardamom und Minze duftet, sieht Ahmadinedschads Wiederwahl als "wirtschaftliche Katastrophe. Für uns Basaris ist er eine Katastrophe. Er treibt das Land ökonomisch in den Abgrund." Tatsächlich stagniert Irans Wirtschaft seit Jahren - sogar während der Ölpreis-Hausse. Der staatliche Ölfonds, in dem jahrelang Überschüsse aus Ölexporten für schlechtere Zeiten zurückgelegt worden war, ist nach Ansicht Teheraner Ökonomen "von Ahmadinedschad leer geplündert worden". Die meisten staatlichen Banken seien wegen politisch angewiesener Kreditvergabe an eigentlich zahlungsunfähige Autokäufer und zum Ankurbeln der heimischen Autobauer Iran Khodro und Saipa faktisch bankrott.

Irans Präsident: Stoppen ihn die Sanktionen? Quelle: dpa
Irans Präsident: Stoppen ihn die Sanktionen? Quelle: dpa

Ahmadinedschad könne im bis März 2011 laufenden iranischen Haushaltsjahr laut den Golf-Experten von "Business Monitor International" wegen der wiederanziehenden Ölpreise dennoch nur mit 2,1 Prozent Wirtschaftswachstum rechnen nach nur noch einem Prozent 2009. Deshalb vollzieht der Präsident gerade eine rasante Wende.

"Man kann Ahmadinedschad mit Fug und Recht einen Radikalen nennen. Jetzt auch einen Wirtschaftsradikalen", sagt ein westlicher Diplomat in Teheran. "Das Land scheint wild entschlossen, Reformen anzupacken: Die Streichung von Subventionen und massive Privatisierungen", meint Shahram Sadeghi, Direktor des Teheraner Consulting - und Investmenthauses Athieh Bahar.

"Sie zahlen heute xyz Rial, das wird sich ändern. Denn die Regierung übernimmt bisher xyz ihrer Zahlung und wird dies in Zukunft nicht mehr tun", steht schon jetzt auf den Strom- und Gasrechnungen aufgedruckt. Die Bevölkerung wird so auf das Ende der Subventionen vorbereitet.

Ahmadinedschad verlangt inzwischen entschlossen von dem ihm eigentlich ergebenen Parlament gravierende Einschnitte: Während die Majlis-Abgeordneten nur Subventionskürzungen von 20 Mrd. Dollar zugestimmt hatten, verlangt Ahmadinedschad das Doppelte. "Offensichtlich lesen seine Leute die Reports des Internationalen Währungsfonds und setzen sie mit typisch persischer Verzögerung vier Jahre später um", mutmaßt ein anderer westlicher Diplomat. "Hinter jedem seiner Schritte steckt das Ziel Systemerhalt."

Iran, zweitgrößter Ölproduzent des Kartells Erdöl exportierender Staaten (Opec), fördert immer weniger. Die Gasproduktion steigt nicht so schnell wie geplant. Der Grund: "Ahmadinedschad hat jahrelang die Öleinnahmen für seine populistische Politik verschwendet", sagt ein anderer Teheraner Analyst. "Für die dringend benötigen Milliarden-Investitionen ist nichts mehr da und Westkonzerne halten sich zurück." Nun müssten die Subventionen abgeschafft werden trotz des enormen politischen Sprengsatzes, um das wirtschaftliche Überleben des Landes zu sichern.

"Das Geld wird dringend woanders gebraucht, um unsere Wirtschaft anzukurbeln", sagt Ölminister Masud Mir-Kasemi. Etwa zum Aufbau neuer Raffinerien, um das Land unabhängig von Benzinimporten zu machen seit immer mehr ausländische Ölhändler auf US-Druck hin ihre Iran-Lieferungen eingestellt haben. Das ist die Achillesferse der persischen Wirtschaft: Obwohl Iran viel Rohöl fördert, muss das Land immer noch Benzin importieren, weil es nicht genügend selbst raffiniert. Und die USA drohen jedem, der Benzin liefert oder Raffinerien baut, mit Geschäftsverbot in Amerika.

Ahmadinedschad, der zuletzt in einer Rede in einer wasserarmen Region Regen angekündigt haben will, der dann am Ende seiner Ansprache aus dem Himmel gefallen sei, spare in Wirklichkeit gar nicht, werfen ihm indes Kritiker vor: Vielmehr würden die Gelder der gestrichenen Subventionen in einen Sonderfonds fließen, aus dem der Präsident dann persönlich Almosen verteile und so ganze Wählerschichten von sich abhängig mache. Andere behaupten, Ahmadinedschad handele nicht aus Einsicht in Reformen, sondern aus purer Angst vor schärferen Sanktionen.

Wer Handelsminister Mehdi Ghazanfari dazu fragt, bekommt von dem Mann mit ergrautem Bärtchen über dem offenen Hemdkragen ein Märchen aus 1001 Nacht erzählt: Irans Nicht-Öl-Exporte seien trotz weltweiten Handelseinbruchs sogar im Krisenjahr 2009 gewachsen - um 15 Prozent. Auch die Auslandsinvestitionen seien gestiegen. Und dann verhöhnt er die restliche Welt: "Die Sanktionen helfen uns sogar. Sie erhöhen unsere Anstrengungen, viel mehr im Land selbst zu produzieren statt zu importieren. Ich danke allen, die uns dabei helfen, zu unser alten Stärke zurückzufinden."

So überzeugt ist auf Teherans Straßen kaum jemand. Sechs Liter Benzin bekomme er täglich für je 1000 Rial und 20 Liter müsse er täglich für je 4000 Rial dazu tanken, um seinen 20 Jahre alten Paykan (Persisch: der Pfeil) als Sammeltaxi durch die Häuserschluchten zu steuern, erzählt Taxifahrer Mohsen. Der Paykan ist das erste Auto, das Iran gebaut hat - ein Nachbau des britischen Hillman Hunter aus den 60er-Jahren. Erst vor sechs Jahren wurde es vom Band genommen und durch den Peugeot 206 ersetzt.

Doch noch immer pusten tausender dieser Oldtimer blaue Wolken in Teherans Smogluft. Mohsen hat andere Sorgen: schon heute verdiene er 150 000 Rial (11,50) und damit ein Drittel weniger als vor der Benzinrationierung. "Von mir aus können sie den 1000-Rial-Preis für die rationierte Menge ganz abschaffen. Wenn sie dafür wenigstens den Liter-Preis bei 4000 Rial lassen. Sonst müsste ich Gas tanken und dafür jeden Tag zwei Stunden Schlange stehen, sagt Mohsen, während er sein Altvehikel an einem seit Jahren stillgelegten Stahlgerippe vorbeisteuert, an dem "Omid2-Tower" steht. Omid heißt auf Persisch Hoffnung - und sie liegt momentan in Trümmern.

Aus Gründen des Schutzes der für diese Reportage Befragten vor Nachstellungen von Polizei und Geheimdienst wurden die meisten Namen weggelassen oder geändert.

Mercedes-Händler in Teheran. Quelle: Mathias Brüggmann
Mercedes-Händler in Teheran. Quelle: Mathias Brüggmann

Westliche Firmen im Iran

Siemens: "Only clean business is Siemens business" - steht noch auf einem Schild des Teheraner Siemens-Bürohauses und die Münchner sind auch noch im Iran präsent. Dort würden aber nur noch zuvor abgeschlossene Verträge abgearbeitet, keine neuen Kontrakte eingeworben.

Daimler: Die Stuttgarter haben als letztes deutsches Großunternehmen ihren Rückzug aus Iran verkündet. So solle die Beteiligung am Joint Venture am Teheraner LKW- und Busbauer Iran Khodro Diesel abgestoßen werden. Und während Daimler und MAN Lieferungen von Dreiachs-Lastern wegen Drucks aus Berlin eingestellt hätten, lieferten Scania und Iveco weiter, sagen verärgerte Firmenvertreter.

Peugeot/Renault: type="organisation" value="FR0000131906" /> Business as usual scheint die Strategie der Franzosen indes zu sein. Denn trotz der Ansage von Präsident Nicolas Sarkozy legen die beiden französischen Autobauer immer neue Modelle auf die Montagebänder in Teheran. Der Ölkonzern Total habe sich nicht vollständig aus Iran zurückgezogen, sagen deutsche und iranische Firmenvertreter.

Chinesische Firmen: Sie bekommen immer mehr Aufträge, die sonst an Westkonzerne gehen würden. Aber Peking hat auch Öl-gegen-Ware-Verträge durchgesetzt: Iran liefert Rohöl an China, das dafür Busse oder Anlagen liefert. Oft aber sei die Qualität der chinesischen Waren so schlecht, dass Iran westliche Technik als Kernbestandteile chinesischer Produkte vorschreibt. So steht bei den in Teheran herumfahrenden King Long Bussen: "powered by ZF, Bock Compressor, Hübner, MAN". Chinas Ölkonzern CNPC ist bei der Entwicklung und Finanzierung eines zwei Mrd. teuren Ölfelds beteiligt.

Andere Länder: Auch japanische und koreanische Hersteller wie Suzuki und Kia lassen weiter Autos in Iran montieren. Südkoreas Daewoo baut weiter Tanker für Iran. Russlands Atomstromexport baut das AKW im iranischen Buschehr. Die Türkei hat angekündigt, den Handel mit Iran massiv auszuweiten. Brasilien stellt sogar die deutliche Ausweitung der Exportförderung für seine Firmen im Iran-Handel in Aussicht.

Benzinblockade: Wegen massiven Drucks der USA haben viele Benzinexporteure ihre Iran-Lieferungen beendet: Shell, Total, die russische Lukoil, die malaysische Petronas sowie die Schweizer Rohstoffhändler Glencore, Vitol und Trafigura, die allein bisher die Hälfte der iranischen Benzineinfuhren von 130 000 Barrel pro Tag lieferten. Von Chinas CNPC und Indiens Reliance sind solche Schritte bisher nicht bekannt geworden.

  • 11.06.2010, 18:43 UhrAnonymer Benutzer: gast

    Erstaunlicherweise sieht man im iran auch viele neue Produkte aus den USA, offenbar ist man mit den Sanktionen großzügiger wenn sie den Absatz eigener Unternehmen gefährden.
    Wir Deutschen gehen mit vorauseilendem Gehorsam bei den Sanktionen voran während andere Länder auch in der EU dieses Vakuum füllen. ich kenne einen Fall in den Druck auf Siemens ausgeübt wurde Ersatzteile für Generatoren nicht zu liefern, diese wurden dann aus italien beschafft... Dabei haben wir Deutschen eigentlich (historisch) gute Kontakte und unsere Produkte sind beliebt.
    Meiner Meinung nach helfen die Sanktionen und nachlassende Kontakte der herrschenden Kaste sich zu halten, der Feind von außen sorgt für inneren Zusammenhalt.
    Der Lebensstandard der einfachen iraner hat sich seit der Revolution stetig verschlechtert, sie würden dieses Regime gerne los werden.
    Man darf nicht vergessen daß das iranische Atomprogramm zu Zeiten des Schahs (auch eine Diktatur!) auch von Europa aus gefördert wurde.

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