Unzulässige Vorteile EU untersucht niederländische Steuerdeals für Ikea

Die EU-Kommission geht mit Nachdruck gegen unzulässige Steuervorteile großer Konzerne in der EU vor. Aktuell im Visier der Wettbewerbshüter: der Möbelkonzern Ikea und seine steuerliche Behandlung in den Niederlanden.
Update: 18.12.2017 - 14:40 Uhr 1 Kommentar
EU untersucht niederländische Steuerdeals für Ikea Quelle: obs
Ikea im Visier

Ein Ikea-Haus in Kaarst – die Filialen an sich gehören nicht der Ikea-Gruppe. Sie müssen allerdings eine Franchise-Gebühr zahlen.

(Foto: obs)

BrüsselAmazon, Apple – nun Ikea: Die EU-Wettbewerbshüter nehmen mögliche unerlaubte Steuervorteile für den schwedischen Möbelkonzern in den Niederlanden ins Visier. Eine eingehende Prüfung wegen fragwürdiger Steuerregelungen werde eingeleitet, teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit.

„Alle Unternehmen, ob nun groß oder klein, multinational oder nicht, sollten ihren gerechten Steueranteil zahlen“, sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. „Es geht nicht, dass Mitgliedstaaten es bestimmten Unternehmen gestatten, weniger Steuern zu zahlen, indem sie ihre Gewinne künstlich woanders hin verlagern dürfen. Wir werden die steuerliche Behandlung von Inter Ikea in den Niederlanden nun sorgfältig prüfen.“

Der Brüsseler Behörde zufolge ist das Geschäft von Ikea als Franchisemodell organisiert. Das bedeutet, dass die nun im Fokus stehende Inter Ikea Gruppe nicht Eigentümer der einzelnen Ikea-Geschäfte ist. Stattdessen zahlen alle Ikea-Shops weltweit eine Franchisegebühr in Höhe von drei Prozent des Umsatzes an eine in den Niederlanden ansässige Tochterfirma mit dem Namen Inter Ikea Systems. Den Angaben nach soll etwa von 2006 bis 2011 ein erheblicher Teil der Franchisegewinne von Inter Ikea Systems in eine luxemburgische Einheit verlagert worden sein, in der sie nicht besteuert wurden.

Die Wettbewerbshüter haben nun Bedenken, dass diese Firma in den Niederlanden von unzulässigen Steuervorteilen profitiert habe. Dadurch seien die steuerpflichtigen Gewinne erheblich gesenkt und andere Wettbewerber benachteiligt worden.

EU-Kommissarin Vestager hatte zuletzt unter anderem mit einer Entscheidung gegen den US-Technologiekonzern Apple für Aufsehen gesorgt. Eine Steuerregelung Irlands für den Konzern war demnach illegal, das Land muss nun gut 13 Milliarden Euro an Steuern eintreiben. Irland und Apple wehren sich vor Gericht gegen den Entscheid.

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Unzulässige Vorteile: EU untersucht niederländische Steuerdeals für Ikea"

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  • wenn sich die EU-Kommission so sehr für die Steuern in den einzelnen Ländern interessiert, dann sollte sie mal den deutschen Steuerdschungel unter die Lupe nehmen.

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