Uran-Anreicherung
Iran verlangsamt Atomprogramm „bemerkenswert“

Der Iran setzt nach Darstellung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA die Anreicherung von Uran nicht im bisherigen Tempo fort. Beunruhigt sind westliche Experten jedoch von ungewöhnlichen Tunnelbauten in der Nähe bisher oberirdischer iranischer Atomanlagen.

HB TEHERAN. Die Islamische Republik habe die Installation von Zentrifugen verlangsamt, sagte IAEA-Chef Mohamed El Baradei am Montag in Wien. Die Uno wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der Energieerzeugung nach Atomwaffen zu streben und haben ihn wegen der Nichtbefolgung von Resolutionen mit Sanktionen belegt. Der Iran bestreitet das.

„Es gibt zwar keinen vollständigen Stopp, wohl aber eine bemerkenswerte Verlangsamung“, sagte El Baradei. Er vermochte allerdings nicht einzuschätzen, ob die Verlangsamung des Installationstempos Einfluss auf das Ziel des Iran haben wird, bis Ende Juli 3 000 Zentrifugen in Betrieb zu nehmen. Das Erreichen dieser Marke würde das Land in die Lage versetzen, in industriellem Umfang und damit waffenrelevant Uran anzureichern. Unklar war auch, ob dem iranischen Schritt eine politische Entscheidung oder ein technisches Problem zu Grunde lag.

El Baradei stützte sich auf Aussagen von IAEA-Inspektoren, die den Iran vorige Woche besucht hatten. Die Islamische Republik hatte eine Aufforderung des IAEA-Chefs zurückgewiesen, die Installation von Zentrifugen auszusetzen.

Westliche Experten befürchten unterdessen, dass der Iran weitere nukleare Produktionsstätten unter die Erde verlegen könnte. Wie die „Washington Post“ am Montag berichtet, zeigen jüngste Satellitenaufnahmen größere Bauarbeiten in der Umgebung der umstrittene Urananreicherungsanlage Natans. Die Bauarbeiten hätten nicht nur bei Geheimdiensten und Experten sondern auch bei der IAEA in Wien Besorgnis ausgelöst.

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