Urananreicherung : Nordkorea offen für Gespräche

Urananreicherung
Nordkorea offen für Gespräche

Nach langem Schweigen zeigt sich Nordkorea wieder bereit, über ihr Urananreicherungsprogramm zu sprechen. Das könnte ein Neubeginn der Sechs-Parteien-Gespräche bedeuten, die vor über zwei Jahren scheiterten.
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Nordkorea ist zu Gesprächen über sein umstrittenes Programm zur Urananreicherung bereit. Das sei dem russischen Vizeaußenminister Alexej Borodawkin bei einem Besuch in Pjöngjang mitgeteilt worden, berichteten die staatlichen nordkoreanischen Medien am Dienstag.

Ein Sprecher des Außenministeriums wurde mit den Worten zitiert, Nordkorea habe nichts dagegen, wenn die Anreicherungsaktivitäten im Rahmen der Sechs-Länder-Gespräche über sein Atomprogramm diskutiert werden. "Die Volksrepublik (Nordkorea) ist bereit, ohne Vorbedingungen zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zu kommen." Im vergangenen November war die Existenz einer neuen Anlage zur Urananreicherung in dem nordkoreanischen Atomkomplex Yongbyon bekanntgeworden. Die US-Regierung befürchtet, dass die Urananreicherung dem Bau von Atomwaffen dienen soll.

Trotz der Spannungen mit Seoul hatte sich Pjöngjang in den vergangenen Monaten zu einer Fortsetzung der Atomverhandlungen mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan bereit gezeigt. Konkrete Zusagen gab es aber bisher nicht. Nordkorea hatte die Sechser-Gespräche im April 2009 als abgebrochen bezeichnet.

Nordkorea zeigt sich für Abrüstungsvereinbarungen bereit

Borodawkin war laut der Nachrichtenagentur KCNA von Freitag bis Montag in Pjöngjang. Dort traf er unter anderem Außenminister Pak Ui Chun. Russland habe Nordkorea zu konstruktiven Maßnahmen aufgerufen, einschließlich eines Moratoriums für Atomversuche und Tests von ballistischen Raketen, berichtete KCNA. Auch solle Nordkorea internationale Atominspekteure zu den Anreicherungsanlagen zulassen.

Nordkorea sei bereit, die Abrüstungsvereinbarungen von 2005 "auf dem Prinzip gleichzeitiger Aktionen" zu besprechen, hieß es. Das bei den Sechser-Gesprächen getroffene Abkommen von 2005 sieht unter anderem vor, dass Nordkorea im Gegenzug zum Abbau seines Atomprogramms umfangreiche Wirtschaftshilfe erhält. Auch sollten Schritte zur Normalisierung der Beziehungen des kommunistischen Landes zu den USA und Japan unternommen werden.

In Südkorea wurde die Erklärung aus Nordkorea mit Skepsis aufgenommen. Für die Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche sollten die "richtigen Bedingungen" geschaffen werden, wurde ein Beamter des Außenministeriums in Seoul von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Südkorea hatte unter anderem von Nordkorea sichtbare Schritte zur atomaren Abrüstung gefordert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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