Urlaubsort Belek wird zur Festung
G20 in Zeiten des Terrors

Terror in Paris, Sorgen in Belek: Für den G20-Gipfel hat die türkische Regierung einen kilometerlangen Küstenstreifen abgeriegelt und zur Festung ausgebaut. Sogar gelieferte Pizza wird durchleuchtet.

BelekAngela Merkel erscheint riesengroß und mit ernster Miene auf der Leinwand. Der Auftritt der Kanzlerin, die in Berlin zur Anschlagserie von Paris spricht, wird direkt nach Belek übertragen. Dort wird Merkel am Sonntag zum G20-Gipfel erwartet, der unter dem Eindruck des Terrors in Frankreich stehen wird. Die Türkei selber ist in den vergangenen Monaten von schweren Anschlägen erschüttert worden. Schon vor Paris hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan das Thema Terrorismus auf die Gipfel-Agenda gesetzt. Unbedingt vermieden werden soll, dass das Treffen selbst zum Angriffsziel wird. 12 000 Sicherheitskräfte sind deswegen im Einsatz.

Türkische Polizisten sind bekannt - oder berüchtigt - für ihr rigides Vorgehen gegen regierungskritische Demonstranten. Beim G20-Gipfel im Urlaubsort Belek bei Antalya lächeln sie dagegen, sie sind zuvorkommend und ausgesucht freundlich. An der türkischen Riviera will Erdogan sein Land - und natürlich sich selbst - vor den Mächtigen der Welt in einem angenehmen Licht präsentieren. Dafür ist der G20-Gipfel eine einzigartige Chance. Zu Zwischenfällen soll es auf keinen Fall kommen, erst recht nicht zu gewaltsamen.

Die Sicherheitslage in der Türkei hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Das Auswärtige Amt weist Reisende darauf hin, dass landesweit mit „der Möglichkeit von gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen“ ist.

Rechnerisch kommt auf fast jeden der 13 000 Teilnehmer des Gipfels am Sonntag und Montag ein Schutzmann. Belek ist zur Festung ausgebaut worden. Auf dem Meer patrouilliert die Küstenwache, die Behörden haben Hunderte neue Überwachungskameras angebracht.

Einen kilometerlangen Küstenabschnitt haben die Türken bis weit ins Land hinein zur Hochsicherheitszone erklärt und mit Absperrgittern abgeriegelt. Die Luxus-Resorts in dem Bereich - die ihre Zimmerpreise vervielfacht haben - sind zu Delegationshotels und Tagungsorten geworden. Touristen sind hier keine mehr.

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