Urlaubssperre für Sicherheitskräfte
Palästinensische Autonomiebehörde verhängt Ausnahmezustand über den Gazastreifen

Nach mehreren Entführungen im Gazastreifen hat sich die Sicherheitslage dramatisch verschärft. Präsident Arafat ordnete verstärkten Schutz für Regierungseinrichtungen an. Vier entführte Franzosen sind inzwischen wieder frei.

HB BERLIN. Palästinenser-Präsident Jassir Arafat hat in der Nacht zu Samstag den Notstand über den Gazastreifen verhängt. Dies hatte der Sicherheitsrat der Autonomiebehörde nach einer Reihe von Entführungen beschlossen.

Die Schutzmaßnahmen für Regierungseinrichtungen wurden intensiviert. Für alle Mitglieder der Sicherheitskräfte gilt eine Urlaubssperre. Im Laufe des Tages will Ministerpräsident Ahmed Kurei mit seinem Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Militante Palästinenser hatten zuvor vier Franzosen freigelassen, die für eine Hilfsorganisation arbeiten. Sie waren in Chan Junis im Süden des Gazastreifens entführt worden. Die Kidnapper wollten nach eigenen Angaben erreichen, dass die internationale Staatengemeinschaft auf die Notlage der Palästinenser unter israelischer Besatzung aufmerksam wird.

Zudem waren zwei hohe palästinensische Sicherheitsbeamte verschleppt worden. Einer von ihnen, Polizeichef Ghasi Dschabali, kam wenige Stunden später wieder frei. Die Entführer wollten offenbar erzwingen, bei den Sicherheitskräften eingestellt zu werden, wie die Nachrichtenagentur AP meldet.

Die zweite Geisel ist demnach Oberst Chaled Abu Alula, der militärische Koordinator im Süden des Gazastreifens. Sein Schicksal ist zurzeit unklar.

Nach Einschätzung von Beobachtern ist zwischen verschiedenen palästinensische Gruppen ein Machtkampf im Gang. Angesichts des von Israel geplanten Abzugs aus dem Gazastreifen versuchen sie ihren Einfluss zu vergrößern.

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