US-Angriffe auf die Widerstands-Hochburg Falludscha fordern erneut Todesopfer
Erneut blutiger Tag im Irak

Die Zahl der Opfer nach drei Bombenanschlägen im Irak dürfte deutlich über 50 steigen. Ein Selbstmordanschlag zielte auf eine Polizeistation in der Nähe des Skandal-Gefängnisses Abu Ghraib. Die US-Armee hat die Bombardierung der Stadt Falludscha fortgesetzt.

HB BAGDAD. Bei zwei Bombenanschlägen im Süden der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Donnerstag nach Polizeiangaben mindestens 37 Menschen getötet worden. Die Bomben seien in der Nähe eines US-Militärkonvois detoniert. Die erste Explosion sei vermutlich durch eine Autobombe hervorgerufen worden. Die zweite Bombe sei explodiert, als US-Soldaten versucht hätten, den Opfern der ersten Detonation zu helfen. Das US-Militär bestätigte den Anschlag zunächst nicht.

Zuvor waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine Polizeiwache in Abu Ghoreib bei Bagdad Donnerstagmorgen fünf US-Soldaten und zehn Iraker getötet worden. Das berichtete der arabische Nachrichtensender El Dschasira. Unter den irakischen Opfern seien acht Zivilisten und zwei Polizisten. Der Attentäter hatte sich vor der Wache mit seinem Wagen in die Luft gesprengt.

Die Polizeiwache befindet sich unmittelbar neben dem Rathaus. Ein US-Kontrollpunkt schützt den behördlichen Gebäudekomplex. In den Morgenstunden hielten sich dort viele Menschen auf.

Aufständische beschossen am Donnerstag ein Versorgungslager des US-Militärs bei Bagdad mit Raketen. Durch die Explosion eines 122- Millimeter-Geschosses wurde ein US-Soldat getötet, sieben weitere erlitten Verletzungen, wie das US-Militärkommando in Bagdad mitteilte.

Eine irakische Extremisten-Gruppe hat einem Bericht des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira zufolge zehn Menschen verschleppt. Der Sender strahlte am Donnerstag Videoaufnahmen aus, die von einer Gruppe namens „Islamische Armee im Irak, die westliche Führung“ stammten. Darin hieß es, unter den Geiseln seien zwei Indonesierinnen, die für eine Elektronikfirma arbeiteten. Die Bilder zeigten drei gefangen genommene Männer. Neben den beiden Indonesierinnen seien sechs Iraker und zwei Libanesen verschleppt worden, hieß es. Die Gruppe habe keine Forderungen gestellt.

Die US-Luftwaffe hat am frühen Donnerstagmorgen erneut ein Ziel in der irakischen Aufständischen-Hochburg Falludscha bombardiert. Dabei wurden nach Krankenhausangaben drei Iraker getötet und acht weitere verletzt, darunter Frauen und Kinder. Ein Haus wurde völlig zerstört, drei weitere Gebäude wurden beschädigt. Arabische Nachrichtensender zeigten einen metertiefen Krater an der Stelle, wo das getroffene Haus gestanden hatte. Das US-Militärkommando sprach erneut von einem „Präzisionsschlag“ gegen ein "bekanntes Versteck“ der Terrorgruppe des Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi.

Die US-Luftwaffe bombardiert immer wieder Ziele in Falludscha und begründet dies mit Schlägen gegen Verstecke des Sarkawi-Terrornetzes. Häufig sind diese Luftangriffe mit Opfern unter der Zivilbevölkerung verbunden. Die Organisation Sarkawis steht hinter mehreren blutigen Anschlägen und Entführungen von Ausländern im Irak. Sie hält derzeit den Briten Kenneth Bigley als Geisel.

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