US-Arbeitsmarkt
Firmen sollen Obama aus der Patsche helfen

Angesichts einer Arbeitslosenrate von über zehn Prozent muss die US-Regierung dringend Jobs schaffen - und nimmt dafür die Unternehmen in die Pflicht. Eigenen Handlungsspielraum, die Wirtschaft weiter zu stimulieruen, hat Präsident Barack Obama derzeit nämlich kaum.
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WASHINGTON Zum heutigen Job-Gipfel in Washington hat Präsident Barack Obama daher vor allem Firmenchefs eingeladen: Die Liste reicht von Google-Chef Eric Schmidt über Randall Stephenson von AT&T bis zu Disney-Präsident Bob Iger. Nach den großen staatlichen Rettungsaktionen der vergangenen Monate hofft die Regierung jetzt auf Entlastung am Arbeitsmarkt durch die Konzerne.

Allerdings kann auch der Aufmarsch der Firmenkapitäne ein Dilemma nicht verschleiern: Bislang ist es in erster Linie das Geld aus den Konjunkturprogrammen, das Arbeitsplätze schafft oder verhindert, dass noch mehr abgebaut werden. Damit die Zahl der Jobs deutlich steigt, müsste der Staat neue Schulden machen. Doch genau das lehnen die Abgeordneten im US-Kongress ab.

Fed sieht langsameren Stellenabbau

Immerhin deuten die jüngsten Zahlen der privaten Arbeitsmarktagentur ADP und auch das sogenannte Beige Book der US-Notenbank Fed darauf hin, dass sich zumindest der Jobabbau weiter verlangsamt. Zwar bleibe die Lage am Arbeitsmarkt schwach, sie stabilisiere sich aber und zeige vereinzelte Anzeichen einer Verbesserung, heißt es in dem gestern Abend vorgelegten Konjunkturbericht der Fed.

Den ADP-Daten zufolge wurden im November mit 169 000 Stellen deutlich weniger Jobs gestrichen als noch mit 203 000 im Oktober. Damit setzt sich im achten Monat in Folge dieser Trend fort. Morgen werden die offiziellen Arbeitsmarktdaten veröffentlicht.

Da die nahenden Kongresswahlen und die Billionenverschuldung des Haushaltes ein zweites Stimuluspaket unwahrscheinlich machen, sucht die Regierung nun nach Abhilfe durch die Hintertür. So hatte der Kongress kürzlich die Laufzeit des Bundesanteils an den Arbeitslosenhilfen auf 99 Wochen verlängert - allerdings nur für jene, die bereits arbeitslos waren. Wer jüngst seinen Job verloren hat, kommt bislang nicht in den Genuss der verlängerten Hilfen.

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