US-Arbeitsmarktdaten
Nur wenig Jobs in den USA geschaffen

Die US-Wirtschaft schafft unerwartet wenig neue Jobs. Im Oktober gab es so wenig zusätzliche Arbeitsplätze wie seit April nicht mehr. Die Nachricht bedeutet für Anleger: Die Konjunkturspritzen dürften verlängert werden.
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New YorkEine Wende am US-Arbeitsmarkt ist nicht in Sicht. Die Firmen haben im Oktober unerwartet wenige Stellen geschaffen und dem lauen Jobmarkt keine neuen Impulse verliehen, wie die private Arbeitsvermittlung ADP am Mittwoch mitteilte. Im Privatsektor entstanden nur 130.000 Stellen. Dies war der geringste Anstieg seit April. Zudem wurden auch im September deutlich weniger als 150.000 Stellen geschaffen, wie sich nun herausstellte. „Der Arbeitsmarkt verliert an Schwung, er hat jedoch keinen Einbruch erlitten“, sagte Chefökonom Mark Zandi von Moody's Analytics.

Angesichts der schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen dürfte die Notenbank Federal Reserve auf ihrer Zins-Sitzung am Mittwochabend an ihren milliardenschweren Konjunkturspritzen festhalten. Die Geldpolitiker um Fed-Chef Ben Bernanke, die Vollbeschäftigung fördern sollen, werden aber genauer als sonst auf die Daten schauen. Denn der offizielle Arbeitsmarktbericht für Oktober wird wegen der Behördenschließungen im Zuge des Haushaltsstreits – auch Shutdown genannt – erst Ende nächster Woche vorliegen.

Der ADP-Bericht basiert auf einer privatwirtschaftlichen Umfrage, während die amtliche Arbeitsmarktstatistik zusätzlich den Stellenaufbau im Staatssektor umfasst. „Da der öffentliche Sektor während des Shutdowns wohl keine neuen Stellen geschaffen hat, deutet der ADP-Report auf einen sehr verhaltenen Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft im Oktober hin“, so die Bayern-LB-Ökonomin Christiane von Berg. Moody's Ökonom Zandi erwartet, dass es lediglich ein mageres Plus von rund 100.000 neuen Stellen geben wird.

Obwohl der Kongress die US-Regierung mit einer Einigung in letzter Minute vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrte, sind die Folgen des vorübergehenden Haushaltsnotstands noch immer nicht abzusehen. Ökonomen befürchten, dass die Auswirkungen des Streits die Wirtschaftsleistung im letzten Quartal 2013 bis zu einem halben Prozentpunkt schmälern wird. Experten erwarten daher, dass die Notenbank erst nächstes Jahr geldpolitisch auf die Bremse tritt und die monatlichen Wertpapierkäufe im Umfang von derzeit 85 Milliarden Dollar verringert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • und im kommenden Jahr wird erhöht auf 100 Milliarden oder mehr

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