US-Außenminister Powell drängt Aristide zu Verhandlungen mit politischen Gegnern
Versorgung der Bevölkerung in Haiti gefährdet

Die Regierung in Haiti sieht die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln gefährdet. Angesichts der anhaltenden Gewalt würden die Vorräte knapp, sagte Ministerpräsident Neptune.

HB BERLIN. Im Karibikstaat Haiti ist keine Ende der Gewalt abzusehen. Wie die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, überfielen Regierungsgegner in der Nacht zum Samstag eine Polizeiwache in der Ortschaft Saint Suzanne und brannten sie nieder. Die Polizisten seien geflohen.

Saint Suzanne liegt in der Nähe der Hafenstadt Cap Haitien im Norden des Landes. Dort hat es in den vergangenen neun Tagen schwere Unruhen gegeben, in deren Verlauf rund 50 Menschen ums Leben kamen.

Unterdessen wiesen Regierung und Hilfsorganisationen auf die immer schwieriger werdende Situation der Bevölkerung hin. Wegen zahlreicher Straßenblockaden würden die Nahrungsmittel knapp, hieß es. Besonders betroffen ist den Angaben zufolge der von Rebellen kontrollierte Norden Haitis. Dort könnten demnach die Notvorräte an Mehl und anderen Grundnahrungsmitteln schon in vier Tagen aufgebraucht sein, hieß es. «Die Bevölkerung, die von den übrigen Landesteilen abgeschnitten ist, befindet sich in einer sehr riskanten Lage», sagte Ministerpräsident Yvon Neptune bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Port-au-Prince im Süden.

In der Rebellen-Hochburg Gonaives, wo der Aufstand am 5. Februar begann, ist überdies der Krankenhausbetrieb nach Berichten von Angestellten praktisch zum Erliegen gekommen. Die Ärzte fürchteten sich zurückzukehren, nachdem es vor einer Woche zu einer Schießerei in der Klinik gekommen sei, sagte der Hausmeister laut AP.

US-Außenminister Colin Powell drängte indes den umstrittenen haitianischen Präsidenten Jean-Bertrand Aristide am Freitag, Verhandlungen mit seinen politischen Gegnern aufzunehmen. Aristide «muss auf die Opposition zugehen, um sicherzustellen, dass friedliche Demonstrationen nicht von Verbrechern zerschlagen werden», sagte Powell. Die Opposition plant für den morgigen Sonntag einen Protestmarsch.

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