US-Außenministerium: Clinton geht, Kerry übernimmt

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Clinton geht, Kerry übernimmt

Beliebt wie nie zuvor, verabschiedet wie ein Rockstar. Doch Clintons Abgang wurde von einem Anschlag auf eine US-Botschaft in Ankara überschattet. Für Nachfolger Kerry hat der Schutz von US-Vertretungen Priorität.

WashingtonUnter dem Jubel ihrer Mitarbeiter ist Hillary Clinton nach vier Jahren als Außenministerin der USA verabschiedet worden. „Wenn ich auf die vergangenen vier Jahre zurückblicke, dann bin ich sehr stolz auf die Arbeit, die wir gemeinsam geleistet haben“, sagte Clinton am Freitag in Washington.

Sie rief die Angestellten des Außenministeriums auf, mit ihrem Nachfolger John Kerry „genauso konzentriert und engagiert“ zusammenzuarbeiten. „Ich weiß, dass die Welt, die wir versuchen ins 21. Jahrhundert zu bringen, viele schwierige Tage haben wird“, sagte Clinton. „Doch ich bin heute optimistischer als ich es vor vier Jahren war.“

Nachfolger John Kerry wurde unmittelbar nach Hillary Clintons Abschied vereidigt - das Pulverfass Nahost wird zu seinen größten Problemen gehören. Kerry wurde zunächst in einer nicht-öffentlichen Zeremonie vereidigt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) gratulierte Kerry und würdigte ihn als „Europa- und Deutschland-Kenner“. Gerade nach dem Anschlag in Ankara stehe Deutschland „an der Seite unserer amerikanischen Freunde“.

Als Erstes werde er sich bei seinem Amtsantritt am Montagmorgen mit dem Schutz der diplomatischen Einrichtungen der USA befassen, sagte Kerry dem „Boston Globe“: „Es gibt gewisse Dinge, zu denen ich Anweisungen erteilen will, sobald ich mein Amt antrete.“ Er wolle sich nicht im Detail äußern, doch die Sicherheit der US-Botschaften sowie „Unruheherde“ wie der Iran und Syrien stünden auf der Tagesordnung.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Freitag am Personaleingang der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara einen einheimischen Wachmann mit in den Tod gerissen, drei weitere Menschen wurden verletzt. Der türkischen Regierung zufolge gab es Hinweise darauf, dass der Attentäter einer linksgerichteten Terrororganisation angehörte.

Clinton sagte, der Anschlag sei Beweis dafür, dass „wir in sehr komplexen und sogar gefährlichen Zeiten leben“. Schon im September war eine diplomatische Einrichtung der USA Ziel einer Attacke gewesen.

Damals griffen radikale Islamisten das US-Konsulat im libyschen Bengasi an, der Botschafter Chris Stevens und drei weitere US-Bürger kamen ums Leben. Ein Untersuchungsbericht des US-Außenministeriums stellte gravierende Sicherheitsmängel im Vorfeld des Angriffs fest. Clinton übernahm dafür die politische Verantwortung.

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Clinton geht mit Rekordpopularität

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