US-Banken: Obama ist ein großer Fan von JP Morgan

US-BankenObama ist ein großer Fan von JP Morgan

Barack Obama hält JP-Morgan-Chef Jamie Dimon für „einen der klügsten Banker“ des Landes. Dem US-Präsidenten dürfte auch persönlich daran gelegen sein, dass Dimon seinen Job gut macht: Obama ist ein guter Kunde der Bank.
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WashingtonJamie Dimon hat harte Tage hinter sich. Wie schön ist es da, dass nach dem Desaster um verzockte Milliarden mal wieder jemand etwas Nettes über den JP-Morgan-Chef sagt. Dimon sei „einer der klügsten Banker, die wir haben“, durfte der gefallene Star der Wall Street am Dienstag über sich im Fernsehen erfahren. Und: JP Morgan sei „eine der am besten geführten Banken, die es gibt“. Urheber des Lobes: Barack Obama persönlich.

Gut möglich, dass dem US-Präsidenten die netten Worte – die er neben einiger Spitzen gegen Zockerbanken aussprach – auch mit Blick auf sein eigenes Konto entfuhren. Denn Obama und seine Frau Michelle sind gute Kunden von JP Morgan. Das zeigen am Dienstag veröffentlichte Dokumente über die finanziellen Verhältnisse der Präsidentenfamilie 2011. Demnach unterhält Obama seit einigen Jahren bei JP Morgan unter anderem ein Privatkonto, um das sich die Spezialisten der Vermögensverwaltung kümmern. Mit 500.000 Dollar bis eine Million war es im vergangenen Jahr auch durchaus üppig ausgestattet. Üppiger jedenfalls als noch 2010: Damals waren 250.000 bis 500.000 Dollar auf dem Konto gutgeschrieben.

Damit Obama nicht unter Reichen-Verdacht kommt, beeilte sich eine Regierungssprecherin mit der Bemerkung, es handele sich dabei nur um eine Art verzinstes Girokonto, das nur wenig Rendite bringe. Darüber hinaus haben die Obamas bei JP Morgan noch ein Normalbürger-Konto mit einem Guthaben zwischen 1.000 und 15.000 Dollar. Es gibt sogar noch ein drittes Konto bei einer Bank in Chicago. Dort lagen im vergangenen Jahr zwischen 15.000 und 50.000 Dollar.

Insgesamt verfügt das Präsidentenpaar über Vermögenswerte von bis zu 8,2 Millionen Dollar, darunter sind auch US-Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Millionen. Einiges von diesem Geld ist in Fonds angelegt, die das Studium der Töchter Sasha und Malia finanzieren sollen.

An Geld kommt für die Obamas derweil so einiges rein: Neben dem Präsidentengehalt von mehr als 400.000 Dollar brutto kassierte Obama im vergangenen Jahr Tantieme für seine Bücher, darunter die Autobiografie „Dreams From My Father“ („Ein amerikanischer Traum“). Unterm Strich waren das bis zu 2,1 Millionen Dollar. Das erste Paar im Staat freut sich indes nicht nur über regelmäßige Gutschriften. Sie zahlen noch immer einen 30 Jahre laufenden Kredit für ein Haus in Chicago ab. Zinssatz: 5,625 Prozent.

In den jetzt veröffentlichten Finanzverhältnissen von Obama und Vizepräsident Joe Biden sieht das Weiße Haus laut Mitteilung „keinerlei Interessenskonflikte“. Laut einem Gesetz von 1978 sind die ranghöchsten Politiker gehalten, einmal im Jahr den Amerikanern einen Blick in ihre Sparbücher und Depots zu gestatten. Die Offenlegung sei „im Interesse der Transparenz“, sagte Obama-Sprecher Jay Carney.

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