US-Banken
Obama knöpft sich AIG vor

„Rücksichtslos“, „gierig“: US-Präsident Barack Obama ist wütend über das Management der US-Versicherungsriesen AIG. Der Unmut zielt auf auf die geplante Auszahlung von Boni an die Manager in Höhe von 165 Mio. Dollar. Doch auch die Milliarden aus dem Rettungspaket, die AIG an Banken im Ausland überwiesen hat, sorgen für Ärger.

HB WASHINGTON. Obama sagte, während der amerikanische Steuerzahler die Rettung des Unternehmens durch den Staat finanziere, gönne sich die Geschäftsleitung Bonus-Zahlungen in Millionenhöhe. „Hier geht es nicht nur um Dollars und Cents, sonder um unsere grundlegenden Werte“, sagte Obama in Washington.

Er habe Finanzminister Timothy Geithner angewiesen, alle rechtlichen Mittel zu nutzen, um die Bonuszahlungen zu stoppen. Die US-Regierung hat dem Finanzkonzern seit September mehr als 170 Mrd. Dollar überwiesen, um dessen Konkurs zu verhindern. Dabei beteiligte sich der Staat mit mittlerweile 80 Prozent an dem Unternehmen.

Das Weiße Haus ist offenbar besorgt, dass die Verärgerung der Öffentlichkeit über die Bonusaffäre bei AIG der Regierung schadet. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research Center ergab, dass die Zustimmung zu Obamas Amtsführung von 64 Prozent im Februar auf 59 Prozent im März zurückgegangen ist.

Lawrence Summers, Berater von US-Präsident Barack Obama, hatte zuvor den Konzern heftig dafür kritisiert, dass er großzügige Bonuszahlungen an seine Manager plane. Was bei AIG geschehen sei, empöre ihn am meisten, sagte er in einem Interview. Barney Frank, der für die Demokraten im Kongress den Finanzausschuss leitet, sagte, das Verhalten von AIG sei ein Beispiel dafür, wie diejenigen, die an den ökonomischen Schaltstellen säßen, das System missbrauchten. AIG-Chef Edward Liddy erklärte in einem Brief an Finanzminister Timothy Geithner, dass ihm bei den Bonuszahlungen die Hände gebunden seien. Zwar wolle er die Leistungen für 2009 kürzen; für 2008 habe sich das Unternehmen zu den Zahlungen jedoch verpflichtet. Außerdem sei es schwer, in Zukunft talentierte Mitarbeiter zu finden, wenn die Frage der Bezüge der Willkür des Finanzministeriums ausgesetzt sei.

Zunehmend geraten derweil auch die Mrd. Dollar aus dem Rettungspaket, die AIG an Banken im Ausland überwiesen hat, in die Kritik. Profitiert haben von den Transfers auch mehrere deutsche Finanzkonzerne, allen voran die Deutsche Bank; sie erhielt knapp zwölf Mrd. Dollar von AIG.

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