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US-Behörde SEC: Die Aufsicht langt zu

Die US-Aufsichtsbehörde SEC will die Regeln für den weltgrößten Kapitalmarkt weitaus umfänglicher auf den Prüfstand stellen als bislang bekannt. Banker werfen der SEC-Chefin nun vor, sie übertreibe es mit der Regulierung.

SEC-Chefin Mary Shapiro zeigt sich fest entschlossen: "Wir werden alles tun, um das Vertrauen der Anleger in den Markt wiederherzustellen". Die US-Börsenaufsicht will die Regeln für US-Banken deutlicher ausweiten als bisher bekannt. Quelle: ap
SEC-Chefin Mary Shapiro zeigt sich fest entschlossen: "Wir werden alles tun, um das Vertrauen der Anleger in den Markt wiederherzustellen". Die US-Börsenaufsicht will die Regeln für US-Banken deutlicher ausweiten als bisher bekannt. Quelle: ap

NEW YORK. SEC-Chefin Mary Shapiro sagte am Dienstag in einer Rede vor dem US-Brokerverband Sifma: "Wir werden alles tun, um das Vertrauen der Anleger in den Markt wiederherzustellen." Dazu werde die Behörde Anfang 2010 eine Konzeptstudie für die Strukturen des Marktes vorstellen, die die Basis für die weitere Regulierung im kommenden Jahr bilden werde. Als Folge der Krise hatte die SEC zuletzt begonnen, bestimmte umstrittene Handelspraktiken wie "Flash Order" und geschlossene Handelssysteme, sogenannte "Dark Pools", neu zu regulieren.

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Die SEC ist eine von mehreren Finanzmarktaufsichtsbehörden der USA; ihr Schwerpunkt ist der Anlegerschutz. Shapiros Vorgänger Christopher Cox musste seinen Posten räumen, weil ihm vorgeworfen wurde, die Behörde habe in der Finanzkrise und bei der Verfolgung des Milliardenbetrügers Bernard Madoff versagt. Shapiro werfen Banker nun vor, sie übertreibe es mit der Regulierung. Dazu sagte sie der nur spärlich applaudierenden Versammlung von Brokern, Bankern und Finanzberatern: "Wir sind noch immer nicht aus dem Gröbsten heraus. Ich fordere Sie auf, bei der Neuregulierung mitzuwirken, denn sie ist auch in Ihrem Interesse".

Als Teil der Neugestaltung der Finanzmärkte forderte sie unter anderem ein neues Gesetz zur Regulierung von mit Krediten gedeckten Anleihen (Asset-Backed Securities, ABS). Das Parlament solle für sogenannte Verbriefungen "nachhaltige Restriktionen" erlassen, was ein Emittent dürfe, nach welchen Kriterien Kredite für ABS geeignet seien und wie sie verwaltet werden sollten (servicing). Ihre Behörde werde dazu Vorschläge erarbeiten.

Mit Hypotheken besicherte Anleihen (Residential Mortgage-Backed Securities, RMBS), eine spezielle Form von ABS, gelten als einer der Hauptauslöser der Krise, weil Banken mit ihnen riskante Kredite unkontrolliert an Investoren weiterverkauft haben. Gleichzeitig sind ABS aber der einzige Weg, die herrschende Kreditklemme in den USA und Europa zu beheben, da das Bankensystem ohne Verbriefungen nicht ausreichend Darlehen zur Verfügung stellen kann. Trotz aller Bemühungen liegt der ABS-Markt derzeit jedoch weitgehend am Boden, weil es Investoren an Vertrauen in die komplexen Papiere fehlt.

Shapiro kündigte zudem eine Reihe weiterer neuer Regulierungsansätze an. So wolle die Behörde auch die so genannte Internalisierung unter die Lupe nehmen. Bei der Internalisierung schickt eine Bank einen Kundenauftrag, etwa zum Kauf einer Aktie, nicht an eine Börse, sondern rechnet sie gegen eine Verkaufsorder eines anderen Kunden oder gegen den eigenen Bestand ab. Diese Technik, bei der Großbanken sich die Börsengebühren sparen, war in den Jahren vor der Krise immer populärer geworden. Einige Experten kritisierten, so sei die Preisbildung an der Börse intransparenter geworden.

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