US-Botschafter: „Eine Peinlichkeit für unser Land“
Folterskandal stürzt US-Regierung in Krise

Das Rote Kreuz hat heute die Authentizität von Berichten über systematische Übergriffe gegen irakische Gefangene bestätigt und damit die Bush-Administration in ein neues Licht gerückt. Auch gegenüber Bundesaußenminister Fischer wird sich die US-Regierung rechtfertigen müssen.

HB BERLIN/GENF. Der US-Botschafter bei der Nato, Nicholas Burns, sieht die US-Regierung durch den Skandal um die Misshandlung irakischer Gefangener in einer Krise. „Es ist eine Peinlichkeit für unser Land“, sagte Burns am Montag vor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin. Präsident George W. Bush, Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und die gesamte Spitze der amerikanischen Regierung seien sich der Tragweite des Skandals bewusst. „Dies ist eine große Krise für die Regierung in unserem Land“, sagte Burns.

Bush war nach Bekanntwerden der Vorwürfe in der vergangenen Woche unter starken Druck geraten und hatte sich dann für die Vorgänge entschuldigt. Rumsfeld, den er intern kritisiert hatte, übernahm die politische Verantwortung für die Misshandlung irakischer Häftlinge durch US-Soldaten.

Der US-Präsident nannte diese Misshandlung irakischer Häftlinge im Militärgefängnis von Abu Ghoreib schändlich und grausam. Dies sei eine Beleidigung der Iraker und ein Affront gegen die grundlegenden Standards von Moral und Anständigkeit. Er versprach erneut, die Schuldigen zur Rechenschaft zu ziehen.

Allen Rücktrittsforderungen an seinen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erteilte Bush allerdings erneut eine Absage. Rumsfeld leiste „hervorragende“ Arbeit und sei ein „mutiger“ Führer im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Bush am Montag nach einem demonstrativen Besuch im Pentagon in Washington. Die Vereinigten Staaten schuldeten Rumsfeld Dankbarkeit.

Gleichzeitig machte Bush deutlich, dass die USA weiterhin ein grundlegendes Interesse am Aufbau eines freien Iraks als Alternative zu Gewalt und Terror im Nahen Osten hätten. Die Iraker sollten wissen, dass sich die von den USA geführte Koalition weiterhin der Unabhängigkeit und der nationalen Würde des Iraks verpflichtet fühlten, sagte Bush. Deshalb sei der 30. Juni als Tag für die Übergabe der Souveränität entscheidend.

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