US-Botschafter sucht Nachfolger für UN-Generalsekretär
UN-Sicherheitsrat bekommt neue Mitglieder

Fünf Staaten sind als nicht-ständige Mitglieder neu in den UN-Sicherheitsrat eingezogen. Der Wechsel ging reibungslos über die Bühne. Bei der Nachfolge von UN-Generalsekretär Annan deutet sich indes ein Streit ab. Der US-Botschafter will Asien den Posten vorenthalten.

HB NEW YORK. Die Republik Kongo, Ghana, Peru, Katar und die Slowakei werden für die nächsten zwei Jahre im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten sein. Vier der fünf Länder wurden am Montag ohne Gegenstimmen in das UN-Gremium gewählt. Allein Peru konkurrierte um den für lateinamerikanische und Karibik-Staaten vorgesehenen Sitz mit Nicaragua, setzte sich jedoch bei der Wahl mit 114 zu 43 Stimmen durch.

Die neuen Mitglieder werden zum 1. Januar die Sitze in dem mächtigsten Gremium der UN übernehmen. Sie treten damit die Nachfolge von Algerien, Benin, Brasilien, den Philippinen und Rumänien an. Der Sicherheitsrat verfügt über fünf ständige Mitglieder: Großbritannien, China, Frankreich, Russland und die USA. Die anderen zehn Sitze werden von den 191 Mitgliedern der Organisation für zwei Jahre per Wahl vergeben. Argentinien, Dänemark, Griechenland, Japan und Tansania sind erst seit Jahresbeginn in dem Gremium vertreten und werden dem Rat noch bis 2007 angehören.

Eine Veränderung wird es Ende 2006 auch an anderer Stelle bei der UN geben. Dann endet die Amtszeit von Generalseketär Kofi Annan. Der amerikanische UN-Botschafter John Bolton spricht bereits öffentlich über die Nachfolge. Er rief am Montag in New York alle Interessenten für den Posten zur Kandidatur auf. „Was wir gerne sehen würden, wäre, wenn sich so viele potenzielle Kandidaten wie möglich melden würden, so dass wir aus einem großen Spektrum auswählen können“, sagte Bolton.

Das Verhältnis der US-Regierung von Präsident George W. Bush zu Annan ist nicht das beste. Der UN-Generalsekretär hatte den Irakkrieg als „illegal“ bezeichnet.

Nach einer ungeschriebenen Regel bei den Vereinten Nationen stellt abwechselnd jeder Kontinent einmal den Generalsekretär. Danach wäre als nächstes Asien an der Reihe. Bolton lehnte dies aber ab: „Wir sind nicht der Meinung, dass der nächste Generalsekretär irgendeiner bestimmten Region gehört“, sagte er. Die USA hätten dieses Prinzip nie anerkannt. Er wies darauf hin, dass es auch Spekulationen über Kandidaten aus Osteuropa gebe. Manche Länder und manche Leute hätten ihm gegenüber bereits ihr Interesse deutlich gemacht.

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