US-Bundespolizei FBI
Moscheen heimlich auf Strahlenbelastung getestet

Die US-Bundespolizei FBI hat nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in einem geheimen Programm zahlreiche private Anwesen - darunter auch moslemische Einrichtungen - ohne richterliche Anordnung auf deren nukleare Strahlenbelastung hin überwacht.

HB WASHINGTON. Die US-Bundespolizei FBI hat die Strahlung in der Umgebung der Anwesen gemessen. Dies bestätigten Polizeikreise am Freitag in Washington. Ziel sei gewesen, einen Anschlag der Al Kaida zu verhindern. Die Luftüberwachung habe seit dem 11. September 2001 stattgefunden und sei von öffentlich zugänglichen Orten aus erfolgt. Deshalb seien richterliche Anordnungen nicht nötig gewesen.

Das Magazin „U.S. News and World Report“ hatte am Freitag zuerst über das Programm berichtet. Demnach seien mehr als 100 muslimische Stätten im Großraum Washington und mindestens fünf weiteren Städten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial überwacht worden. Dazu hätten Moscheen, Wohnungen und Geschäfte gehört. Der Sprecher des Rats für Amerikanisch-Islamische Beziehungen, Ibrahim Hopper, sagte, die Enthüllungen seien für die muslimische Gemeinde ein Schock. „Das erweckt den Anschein, dass Muslime nur deswegen zum Ziel werden, weil sie Muslime sind.“ Seine Organisation habe schwere Bedenken bezüglich der Verfassungsmäßigkeit der Vorgehensweise.

Ein Sprecher des Justizministeriums, Brian Roehrkasse, sagte, die Regierung sei sehr besorgt über eine wachsende Zahl von Berichten, wonach Al Kaida das klare Ziel verfolge, chemische, biologische, radiologische und nukleare Waffen zu erhalten und einzusetzen. Um dieser Gefahr zu begegnen, überwache die Regierung die Luft. Dies erfolge aber aufgrund spezifischer Informationen und richte sich nicht gegen bestimmte Personen oder Gruppen, sagte Roehrkasse. „FBI-Beamte dringen nicht in verfassungsmäßig geschützte Räume ein ohne ordentliche juristische Grundlage.“

Aus Kreisen der Bundespolizei verlautete, es seien nicht ausschließlich Orte mit Bezug zu Muslimen überwacht worden. Das Programm sei vor acht Monaten stark eingeschränkt oder gestoppt worden.

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