US-Bundesstaat Indiana: Geschäfte mit Schwulen? Nein, danke!

US-Bundesstaat Indiana
Geschäfte mit Schwulen? Nein, danke!

Ein Gesetz im US-Bundesstaat Indiana soll die Religionsfreiheit schützen. Doch Kritiker sehen darin nur eins: die Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Denn der Staat legitimiere Homophobie.
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IndianapolisEs klingt harmlos, das „Gesetz zur Wiederherstellung der Religionsfreiheit“. Es soll Menschen in Indiana ermöglichen, ihre Religion ohne Angst vor Repressalien zu leben. Doch der Teufel steckt beim „Religious Freedom Restoration Act“ im Detail, monieren Kritiker. Der prominenteste: Apples Vorstandschef Tim Cook.

Mit dem Verweis auf religiöse Ansichten sei es Geschäftsleuten nun möglich, ohne Angst vor juristischer Verfolgung jedermann zu diskriminieren, der die „religiösen Ansichten“ der Person verletze. Vor allem würden so wirksam landesweit geltende Anti-Diskriminierungsgesetze ausgehebelt, fürchten vor allem Schwule und Lesben.

Aber es kann jeden treffen, der irgendwelche religiösen Ansichten „verletzt“ – so krude diese Ansichten auch erscheinen mögen. „Es ist traurig“, twitterte die angehende Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton auf Twitter, „dass solche Gesetze in Amerika heute noch möglich sind.“

Alle Beschwichtigungsversuche von Indianas republikanischem Gouverneur Mike Pence zeigten bislang keinerlei Erfolg: „Dieses Gesetz ist nicht zur Diskriminierung da“, erklärte er in einer TV-Ansprache. „Wenn das so wäre, dann hätte ich es nicht unterzeichnet.“ Es habe „viele Missverständnisse gegeben“.

Doch die Glaubwürdigkeit der Botschaft ist gering. Im Vorfeld hatten Unterstützer der Vorlage argumentiert, dieses Gesetz werde endlich dafür sorgen, dass Geschäftsleute nicht mehr gerichtlich belangt werden können, die sich weigerten mit Schwulen und Lesben Geschäfte zu machen.

Es geht dabei in erster Linie um Dienstleistungen von Hochzeits-Unternehmern, die sich oft weigern für homosexuelle Paare Feste auszurichten, ihnen Hochzeitskuchen oder Kleidung zu verkaufen oder Partys mit Essen zu beliefern. Bislang griff das US-Bundesgesetz, das Diskriminierung wegen sexueller Orientierung verhindert.

Jetzt gilt in Indiana die Glaubensfreiheit als Ausnahmeregelung. Es greift ein, sobald ein „Bundesgesetz“ in einen Streit unter privaten Geschäftspartnern involviert ist, wie Pence selbst einräumt. Die Folgen sind spürbar, und es ist ein Krieg der liberalen Westküste gegen den „Bible Belt“. Das ist eine Gruppe von stark fundamental-christlich geprägten Staaten im Süden und Südosten der USA, zu dem auch Indiana gezählt wird.

„Wir haben alle Investments in Indiana gestrichen“, twitterte Marc Benioff, Gründer und Chef von Salesforce.com. Es gibt keine Dienstreisen mehr in den Bundesstaat und eine Kundenkonferenz, die pro Jahr Millionen von Dollar in die Kassen von Indianapolis gespült hat, wird kurzfristig nach New York verlegt.

Er könne es nicht vertreten, wenn Kunden oder Mitarbeiter des Unternehmens mit vier Milliarden Dollar Jahresumsatz offen und legal angefeindet und diskriminiert würden. Das Büro von Gouverneur Pence ließ verlauten, man habe telefonisch mit Benioff Kontakt aufgenommen. Aber viel scheint es nicht geholfen zu haben.

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  • ...schreibt das unermüdliche Helferlein der USA ;-)? Nichts für ungut, ich bin genau so viel ein bezahlter Russland-Troll wie Sie einer der USA - oder weniger, über Sie weiß ich ja eigentlich nichts.

    Aber ich kann über Sie mutmaßen anhand Ihres Textes und unterstelle Ihnen mangelnde Differenzierungsfähigkeit. Sie scheinen zu glauben, man muss sich für eine Seite entscheiden, Russland oder USA - und das sehe ich nicht so. Ich will weder in den USA, noch in Russland noch in China leben, ich will keine der drei Nationen als dominierende Macht in der Welt. "Wir in Europa", sofern man das noch schreiben kann, haben lange Zeit einen guten Mittelweg gefunden, gesellschaftlich und wirtschaftlich, während sich unsere "Nachbarn" extremisiert haben. Den könnten wir auch einfach weitergehen, Europa muss kein Anhängsel eines anderen Kontinents sein.

    Aber da Ihnen auch der Unterschied zwischen Vertragsautonomie und Diskriminierung bzw. Stigmatisierung zu banal für eine differenzierte Betrachtung erscheint... Was soll ich denn da noch schreiben? Ich könnte Einstein zitieren (oder angeblich Einstein, wer weiß das schon so genau), "Man soll die Dinge so einfach wie möglich machen, aber nicht noch einfacher" - und das passt hier gut, für Sie reicht ein USA = Gut, damit ist der Rest schlecht, wer die USA schlecht findet, muss dann ja den Rest gut finden und ist damit ein Idiot - aber, guess what, man kann auch beides schlecht finden und etwas ganz anderes gut.

    Aber egal, wen interessiert schon, was wir hier schreiben - obwohl, wer weiß, irgendwann ;-), wie Sie ja auch schon geschrieben haben, wer weiß schon, was "irgendwann" passiert. Vielleicht sind irgendwann die Chinesen diejenigen, die bestimmen, was in allen Geschichtsbüchern aller Schulen steht - fragen Sie dann mal nach 2 Generationen ein Kind, wer die gesamte Weltgeschichte durch die Guten waren... Kommen Sie drauf?

  • Jaja, das arme Russland. Wo wäre es nur ohne seine unermüdlichen Helferchen die die Gerechtigkeit auch in den letzten Winkel der entwickelten Welt tragen? Schon schlimm, wenn man so hart arbeiten muss um die Verbrechen und kriminellen Machenschaften einer solch korrupten und verkommenden Gesellschaft zu relativieren. Aber nur weiter so, irgendwann ist auch der letzte davon überzeugt, dass alles Übel der Welt vom Yankee ausgeht und die russische Paranoia berechtigt war. Dann wird die Welt endlich Frieden finden, die USA schotten sich durch dummdreiste Aktionen und Vertragsbrüchigkeit gegen die gesamte Welt ab, seine NATO-Verbündeten laufen alle zum neugegründeten Warschauer Pakt über und Russland erreicht endlich eine Wirtschaftsleistung die nicht mehr von den meisten Industriestaaten übertroffen wird und mehr einer Bananenrepublik ähnelt denn einer zivilisierten Gesellschaft. Eine blühende Zukunft.

  • Tja, ich kann die übertriebene Kritik nicht nachvollziehen. Hier in Deutschland gibt es so etwas wie Vertragsautonomie. Ich muss mit niemanden Geschäfte machen dessen Nase mir nicht passt. Natürlich soll man niemanden diskriminieren aber ich muss auch niemanden erklären warum ich nicht gewillt bin mit ihm Geschäfte zu machen. Das sollte eigentlich ein selbstverständlicher Grundsatz sein. Das einzuklagen ist genauso absurd wie das Verhalten jener, die ein Geschäft wegen solcher Kleinigkeiten nicht durchführen wollen.

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