US-Demokraten
Sechs gegen Eine

Sechs Mann gegen eine Frau. Mit aller Macht griffen die demokratischen Präsidentschaftsberater bei der TV-Debatte in der vergangenen Nacht ihre eigene Frontfrau an. Hillary Clinton wankt, aber ihrem Verfolger Barack Obama gelingt nicht einmal ein Punktsieg.

PHILADELPHIA/DÜSSELDORF. Bereits zum siebten Mal trafen die Anwärter auf die demokratische Präsidentschaftskandidatur aufeinander, doch die TV-Debatte bei der Drexel University in Philadelphia war weit härter als alle zuvor. Knapp zwei Monaten vor der ersten Vorwahl hat sich Hillary Clinton in den Umfragen um mehr als 30 Prozentpunkte von ihren Verfolgern Barack Obama und John Edwards abgesetzt - und beide griffen die New Yorker Senatorin von Anfang an an.

Obama, der immer wieder zu einer aggressiveren Haltung aufgefordert worden war, eröffnet die Debatte mit dem Vorwurf, Clinton ändere ihre Positionen „wann immer es als politisch opportun" sei. Egal ob in den Fragen Iran, Irak, Nafta oder Sozialversicherung. „Das mag politisch clever sein. Aber ich glaube nicht, dass es den klaren Kontrast bieten, den wir brauchen. Was wir gerade jetzt benötigen ist ein glaubwürdiges Konzept, wohin wie Amerika führen wollen."

John Edwards, dritter im Feld der Demokraten, fällt noch härter ein: „Senator Clinton stellt sich als Kandidat für den Wandel dar, aber in Wirklichkeit verteidigt sie ein kaputtes, korruptes System in Washington." Sie habe nicht nur für den Irak-Krieg gestimmt sondern sich auch jetzt in der Kampagne gegen Iran an die Seite der Regierung gestellt.

Und so geht es weiter, wie bei einem Tennisspiel blickt Clinton von links nach rechts, von Obama zu Edwards. Obwohl sie wusste, was kommen würde, reagiert sie von dieser Heftigkeit überrascht und zitierte ausgerechnet den politischen Gegner für die Tatsache, dass sie durchaus eine konsistente Botschaft habe: „Die Republikaner und ihre konstante Obsession mit mir demonstrieren doch wohl klar genug, dass meine Botschaft rüber kommt."

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