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US-Diplomatie: Bushs letzter Diener

William Timken war Bushs Mann in Germany, US-Botschafter, belohnt für treue Hilfe. Nun geht er - ohne Vermächtnis. Berlin hofft auf seinen Nachfolger.

Seit 2004 US-Botschafter in Deutschland: William Timken. Foto: dpa
Seit 2004 US-Botschafter in Deutschland: William Timken. Foto: dpa

BERLIN. Wer William Timken verstehen will, muss ihm in den Keller folgen. Die engen Treppen hinunter, den langen schmalen Gang entlang, in das Geschoss mit den niedrigen Decken und durch die kleine Küche mit ihren stahlblitzenden Einbauten. Dann steht Timken als einfacher Mann mit breitem Gesicht in einem Raum mit einfachen Tischen und Stühlen, der an einen Luftschutzbunker erinnert. Timken schnappt sich eine Zange. Gleich soll hier getafelt werden, üppig, wenn man den Maßstab seiner Gäste anlegt. Er hat Berliner Obdachlose zum Thanksgiving eingeladen. Neben den Truthahn-Scheiben, Kartoffelbrei und Gemüse türmen sich die selbstgemachten Cookies.

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Ein Mann, 70 Jahre alt, an einem Abend in der Berliner Stadtmission. Man könnte in ihm so ziemlich alles sehen, der amerikanische Botschafter in Deutschland ist nicht die naheliegendste Variante. Jeans, Turnschuhe, ein offenes Hemd, eine umgebundene beigefarbene Schürze - das passt nicht zum landläufigen Bild der schillernden Diplomatenwelt Berlins, die ein paar Hundert Meter von hier gerade in der russischen Botschaft feiert.

Aber zu den Diplomaten hat Timken ohnehin nie gehört, seit er 2004 von George Bush zum Botschafter in Deutschland ernannt wurde. Im Gegenteil. Stolz hat der Unternehmer aus Ohio von Anfang an betont, dass er nicht zum State Department, dem amerikanischen Außenministerium, gehört. "They", sagt er, wenn er von den Botschaftsmitarbeitern spricht. "Ich bin nur ein normaler Bürger."

Und da beginnt das Problem, sagen viele - für ihn, vor allem aber für Timkens Land, die USA. Denn wenn Timken mit seiner Frau am Freitag in das Flugzeug steigt, um endgültig zurück nach Ohio zu fliegen, bleibt ein merkwürdig blasses Bild von dem Mann zurück, der die mächtigste Nation der Welt vier Jahre in Berlin vertreten hat. Und über die Jahre haben sich die Stimmen derer vermehrt, die glauben, dass das schlechte Bild der Weltmacht auch damit zusammenhängt, wie sie sich im Ausland vertreten lässt.

Noch heute etwa schwärmen viele deutsche Politiker von früheren US-Botschaftern wie Vernon Walters oder John Kornblum, die ihr Land und seine Interessen vehement in Deutschland vertreten haben. Wer nach der Meinung über den letzten Statthalter der untergehenden Bush-Ära fragt, erhält oft die Antwort "William Who?" Tatsächlich hat Timken in den vier Jahren öffentlich kaum Eindruck hinterlassen.

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