US-Drohung
Nordkorea bald wieder auf Terrorliste?

Als Reaktion auf den zweiten Atom-Test Nordkoreas erwägen die USA, das kommunistisch geführte Land wieder auf ihre Liste der Terrorismus-Unterstützer zu setzen. Zunächst müssten aber neue Beweise erbracht werden, dass Nordkorea den internationalen Terrorismus unterstütze, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Sonntag dem TV-Sender ABC.

HB WASHINGTON. Auf die Frage des Interviewers, ob solche Beweise vorlägen, antwortete Clinton: „Wir fangen gerade erst an, uns das anzuschauen. Momentan habe ich für Sie keine Antwort darauf.“

Die USA hatten die Regierung in Pjöngjang im Oktober von ihrer schwarzen Liste der Terrorunterstützer gestrichen, um die gescheiterten Gespräche zum Atomstopp wieder in Gang zu setzen. Zuvor hatte Nordkorea Kontrollen an seinen Atomanlagen zugestimmt. „Offensichtlich wurden sie (Nordkorea) aus einem bestimmten Grund von der Liste genommen“, sagte Clinton. Dieser Grund sei durch den Atomtest Ende Mai hinfällig geworden.

Clinton fügte hinzu, sie rechne mit einer scharfen Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea. Sie setze dabei auf die volle Unterstützung Chinas und Russlands. Die USA wollten sich dafür einsetzen, dass der Geldfluss nach Nordkorea abgeschnitten werde. „Wenn wir jetzt nicht deutliche und effektive Maßnahmen gegen die Nordkoreaner ergreifen, werden wir ein Wettrüsten im Nordosten Asiens heraufbeschwören. Ich glaube nicht, dass irgendjemand daran Interesse hat“, sagte die Außenministerin. Deshalb müssten zusammen mit anderen Ländern die Risiken und Gefahren betrachtet werden, was geschehen könne, wenn nichts unternommen werde. Chinas Außenminister Yang Jiechi forderte nach einem Treffen mit seinem japanischen Amtskollegen eine „ausgewogene“ UN-Resolution. Japan mahnte indes einen harten UN-Beschluss an.

Neben dem zweiten Atom-Test nach 2006 hatte Nordkorea Ende Mai auch diverse Raketen erprobt. Medienberichten zufolge bereitet das kommunistische Land zudem den Abschuss einer Langstreckenrakete vor.

US-Präsident Barack Obama hatte bereits am Samstag eine härtete Gangart gegen Nordkorea angekündigt. Er verurteilte den Atom-Test des kommunistischen Regimes als ungemein provokativ. „Wir werden uns sehr, sehr genau ansehen, wie wir künftig mit so etwas umgehen“, sagte er. Es solle nicht angenommen werden, dass Nordkorea ständig die Region destabilisieren könne und „wir einfach nur wie gehabt reagieren“, sagte Obama. „Wir haben nicht vor, eine Politik fortzusetzen, die Provokation belohnt.“

Auch Südkorea will sich nach den Worten von Präsident Lee Myung Bak von den Drohungen Nordkoreas nicht einschüchtern lassen. Es werde keine Kompromisse in Angelegenheiten geben, die die Bevölkerung und die Sicherheit Südkoreas bedrohten, sagte Lee am Samstag. Nordkorea drohte indes erneut mit „harten Maßnahmen“ im Falle von Provokationen und machte den Süden für die zunehmenden militärischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verantwortlich.

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