US-Einzelhandel befürchtet höhere Preise
USA erheben Importquoten für China-Textilien

HB BERLIN. Nur wenige Monate nach dem Wegfall von Handelsbeschränkungen im weltweiten Textilhandel wollen die USA neue Importquoten für bestimmte Textilien aus China verhängen. Das kündigte US-Handelsminister Carlos Gutierrez am Freitag in Washington an. Seit dem Wegfall des globalen Quotensystems für die Textilbranche seien die Einfuhren aus China drastisch gestiegen.

Damit stelle China eine Gefahr für die US-Bekleidungsindustrie dar, hieß es weiter. Heimische Produzenten hatten Maßnahmen gefordert, weil sie angesichts zunehmender Importware aus der Volksrepublik tausende Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten bedroht sehen.

Betroffen von der geplanten Quotierung, die noch in diesem Monat in Kraft treten könnte, sind Baumwollhosen, Baumwollshirts und Unterwäsche. Nach früheren Daten sind die Importe von Baumwollhosen aus China in die USA in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 1500 Prozent gestiegen. Bei Baumwollshirts betrug der Anstieg rund 1350 Prozent.

Zudem erwägt die Bush-Regierung Schutzmaßnahmen für weitere Textilkategorien. Die Quoten sind in den USA nicht unumstritten: Einzelhändler lehnen sie ab, weil sie befürchten, dass dies zu Preiserhöhungen für die Verbraucher und damit möglicherweise zu Umsatzrückgängen führen werde. Gutierrez kündigte zugleich Gespräche mit der chinesischen Regierung an, um eine Lösung zu finden, die «die ordnungsgemäße Entwicklung des Handels in einem quotenfreien Umfeld erlaubt».

Die Europäische Union prüft derzeit ebenfalls mögliche Sanktionen gegen billige Textilimporte aus China. Erst kürzlich waren Vertreter der EU – darunter Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner – in Peking: Sie forderten «freiwillige» Maßnahmen der chinesischen Führung, um die Exporte zu begrenzen. Sonst könnte auch die EU Importbeschränkungen erheben.

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