US-Ermittler
Handhabe gegen Wikileaks-Chef verzweifelt gesucht

Der Wikileaks-Gründer soll heute bei einem weiteren Gerichtstermin in London erfahren, ob er gegen Kaution freigelassen wird oder im Gefängnis bleiben muss. Die USA blicken mit großem Interesse auf das Verfahren, zumal sie immer noch keine rechtliche Möglichkeit gefunden haben, gegen Julian Assange vorzugehen. Die US-Staatsanwaltschaft hat aber noch nicht aufgegeben.
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HB WASHINGTON. Die Ermittler prüfen inzwischen mögliche direkte Verbindungen zwischen dem mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning und dem Chef der Enthüllungsplattform, Julian Assange. Wie die „New York Times“ am Mittwoch berichtete, soll ermittelt werden, ob Assange den Gefreiten der US-Armee möglicherweise aktiv angestiftet habe, Zehntausende Dokumente der US-Regierung an Wikileaks weiterzugeben.

Sollte dies belegt werden können, sei eine Anklage gegen Assange wegen Verschwörung denkbar, meldete das Blatt weiter. Ein Sprecher des Justizministeriums lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Das Ministerium prüft zahlreiche Möglichkeiten, Assange zu belangen, darunter auch, ob er nach einem Gesetz von 1917 wegen Spionage angeklagt werden kann.

Assange befindet sich derzeit wegen Vergewaltigungsvorwürfen in britischem Polizeigewahrsam. Seine Organisation hatte Zehntausende interner US-Dokumente veröffentlicht und damit die Außenpolitik der US-Regierung in beispielloser Weise bloßgestellt. Die US-Behörden beschuldigen den Gefreiten Manning, die Daten weitergegeben zu haben.

Assange soll heute bei einem weiteren Gerichtstermin in London erfahren, ob er gegen Kaution freigelassen wird oder im Gefängnis bleiben muss. Die britische Justiz hatte bereits am Dienstag entschieden, dass der Australier nach Zahlung einer Kaution und unter einigen weiteren Bedingungen vorerst aus der Haft entlassen wird, bis die Anhörung über seine Auslieferung an Schweden ansteht. Diese soll Medienberichten zufolge am 11. Januar sein. Doch die schwedischen Behörden hatten Berufung gegen die Freilassung eingelegt. Ein höherer Richter muss nun entscheiden, ob Assange freikommt oder nicht.

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  • Leute, wenn ihr in den USA Eure Server nicht abdichtet, dann seid ihr selbst dran schuld. Also fünfhundert verschwundene Dokumente wäre ja noch akzeptabel, aber gleich hunderttausende. Liebe USA, ohne Worte...

    ihr habt in den USA doch schon seit Jahren Probleme mit Eurem bombastischen Staatssicherheitswesen und doppelten Kompetenzen in diesem bereich. Die linke Hand weiß nicht, was die rechte Hand tut, weil ihr diese riesigen Sicherheitsbehörden einfach nicht koordinieren könnt.

    Seit 911 bohrt ihr die Sicherheitsbehörden unaufhörlich auf und das Problem bestand schon vorher. ihr habt ein logistisches Problem und kein strafrechtliches. Weniger ist halt mehr und bescheidenheit ist eine Kür.

  • Umgekehrt wäre es besser vom Den Haager Gerichtshof die USA wegen Kriegsverbrechen, Verschwörung gegen die Menschheit, Verfolgung Unschuldiger und Herbeiführung von Angriffskriegen, Umweltverschmutzung ganzer Meere und Entwicklungsländer zu verklagen.

  • Wie glaubwürdig sind Aussagen eines bradley Manning, der sich in Gewahrsam einer behörde befindet, die Waterboarding als akzeptables Werkzeug ansieht ?

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