US-Fernsehberichte
Spekulationen um nordkoreanische Atomtest-Vorbereitungen

Das international isolierte Nordkorea bereitet nach US-Medienberichten möglicherweise einen unterirdischen Atombombentest vor. Es gibt in den USA und der Region seit längerem Befürchtungen, Pjöngjang könnte diesen Schritt wagen.

HB WASHINGTON. Unter Berufung auf einen nicht genannten Vertreter des US-Militärs meldete der Sender ABC, ein Geheimdienst habe auf einem mutmaßlichen Testgelände „verdächtige Fahrzeugbewegungen“ beobachtet. Der Sender zitierte zudem einen anonym gebliebenen Vertreter des US-Außenministeriums, aus Sicht der Geheimdienste liege ein nordkoreanischer Raketentest im Bereich des Möglichen. US-Regierungsvertreter sagten Reuters jedoch, ihnen seien Atomtestpläne nicht bekannt.

ABC berichtete am Donnerstag, die mutmaßliche Teststätte sei eine unterirdische Anlage mit Namen Pungyee Yok und liege im Nordosten des kommunistisch regierten Landes. Die Informationen über die Einrichtung seien vorige Woche dem Präsidialamt übermittelt worden. Der Fernsehsender CNN berichtete dazu unter Berufung auf US-Militärkreise, Satellitenaufnahmen des Geländes zeigten Kabelbündel, die zur Aufzeichnung eines unterirdischen Test genutzt werden könnten. Sie seien allerdings nicht mit Geräten verbunden. Es sei aber unklar, ob ein Test vorbereitet werde.

„Wir haben keine neuen Beweise, die das unterstützen“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters auf die Frage nach den Fernsehberichten. Es gebe keine Hinweise auf einen bevorstehenden Test, ergänzte ein anderer Regierungsmitarbeiter. Außenamtssprecher Gonzalo Gallegos lehnte eine Stellungnahme mit den Worten ab, er kommentiere keine Geheimdienstinformationen.

Auch Vertreter der südkoreanischen Regierung lehnten einen Kommentar zu den US-Fernsehberichten ab. Ein mit dem nordkoreanischen Atomprogramm vertrauter Diplomat äußerte sich in Seoul skeptisch zu den Informationen. „Mir war nicht bekannt, dass das in dem Bericht genannte Gebiet (Pungyee Yok) als mögliche nordkoreanische Teststätte dienen soll.“

Ohne eine Waffe getestet zu haben, hatte Nordkorea im Februar 2005 erklärt, es besitze Atomwaffen. Die Sechs-Parteien-Gespräche über das Atomprogramm Nordkoreas mit Südkorea, den USA, Japan, Russland und China liegen seit November auf Eis. Im vorigen Monat hatte Nordkorea mit der Erprobung von sieben Raketen eine internationale Protestwelle ausgelöst. Der Abschuss der sieben Flugkörper wurde allgemein aber nicht als Muskelspiel des armen Landes, sondern als fehlgeschlagener Versuch gewertet, mit den USA direkt ins Gespräch zu kommen.

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