US-Finanzminister
Timothy Geithner greift Ratingagentur an

Der Finanzminister der USA greift die Ratingagentur Standard and Poor's an und wirft ihr mangelnde Sachkenntnis vor. Zuvor war bekannt geworden, dass Geithner sein Amt weiter ausfüllen wolle.
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WashingtonNach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit hat US-Finanzminister Timothy Geithner der Ratingagentur Standard and Poor's eine «schreckliche Fehleinschätzung» vorgeworfen. S&P habe einen «verblüffenden Mangel an Kenntnissen in grundlegender US-Haushaltsmathematik» an den Tag gelegt und sei zu «genau dem falschen Schluss gekommen», sagte Geithner am Sonntag dem Fernsehsender NBC.

Wegen der massiven Staatsverschuldung hatte Standard & Poor's die USA am Freitag erstmals in der Geschichte von der Bestnote AAA auf AA+ herabgestuft. Seither ist zwischen der Ratingagentur und dem Finanzministerium ein Streit um Projektionen zum US-Haushaltsdefizit und der Staatsverschuldung entbrannt.

Der republikanische Senator Rand Paul hatte daraufhin am Samstag den Rücktritt Geithners verlangt. Dem Finanzminister warf er «grobes Missmanagement» vor. Auch Michele Bachmann, Anführerin der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung im Abgeordnetenhaus und Bewerberin um die republikanische Präsidentschaftskandidatur, hatte Geithner bereits im Streit um die Anhebung des Schuldenlimits zum Rücktritt aufgefordert.

Unterdessen war bekannt geworden, dass Geithner im Amt blieben will. Geithner habe Präsident Barack Obama mitgeteilt, dass er seinen Posten behalten wolle, teilte das Finanzministerium am Sonntag mit. Er freue sich auf die Herausforderungen, die vor ihm lägen. Der 49-Jährige hatte zuletzt angedeutet, nach einer Einigung im Schuldenstreit seinen Posten aus familiären Gründen aufzugeben.

Die USA haben vor wenigen Tagen eine drohende Staatspleite auf den letzten Drücker abgewendet. Der Finanzminister ist der letzte verbliebene Top-Berater aus dem Wirtschaftsteam, mit dem Obama vor zweieinhalb Jahren antrat. Der frühere Notenbanker hatte nach dem Wechsel in die Politik anfangs mit heftiger Kritik an seiner Amtsführung zu kämpfen. Mittlerweile gilt Geithner allerdings als ruhender Pol in der Regierung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • so ist es recht,Angriff ist die beste Verteidigung!
    Aber Herr Finanzminister, des hochverschuldeten Landes Amerika, nicht S & P habe die Schulden gemacht sondern ihr
    Politiker.Vielleicht sollten sie nochmals die Sonntagsschule aufsuchen und das Thema Addition noch mal richtig lernen.S & P, hat schon mal richtig gerechnet
    also sind sie so ehrlich und stehen dazu.Die glanzzeiten für Amerika sind längst vorbei und das müssen ihr in Amerika auch mal zur Kenntnis nehmen.

  • Immerhin haben die Republikaner jetzt den Mut, dass man das Schuldenmachen endlich mal eindämmt. Auch wenn die Republikaner mit ihrer Kriegsmaschine extrem viel Geld verbrannt haben, irgendwann mauss auch Amerika wieder das arbeiten lernen.

    Dass es geht, hat man mit der New Economy gesehen.

  • Jetzt werden schon die Instanzen (hier die S&P) angegriffen, die auf Misstände hinweisen.

    Schulden über Schulden.

    Wenn ich an Spanien vor 40 Jahren denke, so erinnere ich mich an ein armes Land, was durch die Frank-administration ausgelaugt war. Dann kam die EU und heute gibt es neue Straßen und renovierte Städte. Mit anderen Worten, deie Schönheit von Spanien und Italien war so nur möglich, weil man u.a. den dt. Stuerzahler permanent zur Ader gelassen hat.

    Und so schufen wir in diesen in diesen Nehmerländern und inzwischen auch in der Ex-DDR eine Kultur von Halli-Galli und Holiday-Denke. Offensichtlich läuft es in der USA nicht anders.

    Und jetzt geht das Jammern los, nur weil in diesen Ländern auch gearbeitet werrden soll. Nicht nur Beschäftigung als ABM, sondern Arbeit für "das Brot, was sie essen wollen". Und in den USA wird das gerade auch noch dadurch getoppt, dass man die beschimpft, die auf diese Misstände hinweisen.

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