US-Firmen sehen steigende Sicherheitskosten
Unsicherheit macht Aufbau teurer

Die Anschläge im Irak treiben die Kosten der am Aufbau beteiligten US-Unternehmen in die Höhe. Da immer weniger US-Bürger bereit sind, in dem chaotischen und unsicheren Kriegsgebiet zu arbeiten, müssen die Unternehmen die Gehälter häufig verdoppeln, und auch die irakischen Arbeiter verlangen mehr Geld.

wsje/sha BAGDAD. Zudem steigen die Kosten für Sicherheitspersonal, Gebäude und Anlagen müssen bombensicher ausgerüstet werden. Deshalb versiegt der Geldstrom für den Wiederaufbau des Iraks, wie eine Umfrage des „Wall Street Journals“ bei der US-Zivilverwaltung und bei im Irak arbeitenden amerikanischen Firmen zeigt.

Die Sicherheitskosten – im Herbst noch 5 bis 10 % der Gesamtkosten – hätten sich verdoppelt, sagte ein Sprecher der US-Agentur für Internationale Entwicklung. Bereits vor Ausbruch der jüngsten Gewalt warnte im März der Generalinspekteur der US-Zivilverwaltung im Irak in einem Bericht an den US-Kongress vor den „schnell galoppierenden Sicherheitskosten“. Da beide Behörden die gleiche Entwicklung sehen, schätzt das „Wall Street Journal“ die zusätzlichen Sicherheitskosten für die Subunternehmen auf etwa 2 Mrd. Dollar. Allerdings hätten alle Firmensprecher angegeben, die künftigen Kosten seien nur schwer genau zu beziffern.

Unternehmen, die besonders gefährdete Arbeitsplätze anbieten – etwa Bodyguard-Stellen – tun sich schwer mit der Einstellung neuen Personals. „Unsere Beschäftigten wollen dort einfach nicht arbeiten“, zitiert die Zeitung Kenn Kurtz, Geschäftsführer der Steele Stiftung. Der Subunternehmer aus San Francisco führt Projekte für 42 Mill. US-Dollar aus und beschäftigt im Irak 500 Bodyguards, Projektleiter und medizinisches Personal. Angesichts der stärker aufflammenden Gewalt seit Mitte März zahle er den US-Beschäftigten heute zwischen 10 000 und 20 000 US-Dollar im Monat, so Kurtz. Zu Beginn der Besatzungszeit waren es noch 6 000. Auch Iraker arbeiteten in US-Projekten nur noch bei zusätzlichem Schutz und besserer Bezahlung.

In den kommenden Wochen würden die Sicherheitskosten noch steigen, erwartet dem Bericht zufolge David Nash, pensionierter Konteradmiral der US-Marine und Direktor der Programmbehörde der US-Zivilverwaltung im Irak, die Wiederaufbaufonds verwaltet. Die Gelder für den Wiederaufbau seien festgezurrt, zusätzliche Kosten für Bodyguards und Sicherheitssperren gingen zu Lasten des Aufbaus von Schulen und Elektroleitungen. „Je mehr wir für die Sicherheit ausgeben, desto weniger können wir mit Backstein und Mörtel bauen“, sagt er.

Die Sicherheit ihrer Beschäftigen im Irak bezeichnen Subunternehmen dem Zeitungsbericht zufolge als ihre höchste Priorität. Die Contrack International Inc. etwa beziffert die Sicherheitskosten heute auf 30 bis 40 % ihres Geschäftsbudgets. Die Firma versorgt die militärischen Anlagen in Bagdad und Basra mit Elektrizität. Dieser Anteil könne auf über 50 % steigen, wenn das Unternehmen mehr Sicherheitsleute und Absperrungen brauche, zitiert die Zeitung einen Sprecher. Auch Subunternehmer, die auf Jobs unter härtesten Bedingungen spezialisiert sind, sagten dem „Wall Street Journal“, sie hätten noch nie Arbeitsbedingungen wie im Irak erlebt: „Wenn es um die Arbeitsumgebung geht“, so Robert Band, Präsident der Perini Corp., „ist der Irak definitiv das äußere Ende der Außenhaut.“

Quelle: Handelsblatt

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