US-Gefangenenlager
Drei Guantanamo-Häftlinge töten sich selbst

Seit mehr als vier Jahren halten die USA nun schon hunderte Männer aus aller Herren Länder in Guantanamo fest. Drei der Terrorverdächtigen haben den Druck offenbar nicht mehr ausgehalten und sich selbst umgebracht. Es sind die ersten Selbstmorde in dem Gefangenenlager. Der US-Präsident gibt sich „ernsthaft besorgt“.„ernsthaft besorgt“.

HB MIAMI/WASHINGTON. Die Männer hätten sich mit Kleidungsstücken und Bettlaken in ihren Zellen erhängt, sagte ein Militärvertreter am Samstag. Wiederbelebungsversuche seien erfolglos geblieben. Es handele sich um zwei Männer aus Saudi-Arabien und einen Jemeniten.

US-Präsident George W. Bush äußerte sich „ernsthaft besorgt“ über den Vorfall. Nach Angaben des Weißen Hauses informierten die USA ihre Verbündeten telefonisch über die Entwicklung. Bislang hatte es nach US-Angaben noch keine geglückten Selbstmorde in dem Lager gegeben, wohl aber 41 Selbstmord-Versuche. Momentan sind in dem Lager 460 Männer interniert.

In dem Lager auf Kuba halten die USA seit Januar 2002 hunderte Männer unter dem Verdacht fest, Kontakte zur Extremistenorganisation El Kaida oder zur afghanischen Taliban zu haben. Allerdings wurde bislang lediglich gegen 10 der noch rund 460 Insassen formell Anklage erhoben. Ausländische Regierungen und Menschenrechtsorganisationen haben die USA deshalb in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert.

Wie der Chef des Süd-Kommandos, John Craddock, auf einer Pressekonferenz am Samstag sagte, würden die drei Toten mit „äußerstem Respekt“ behandelt. Ein Berater für muslimische Kultur sei hinzugezogen worden, um sicherzustellen, dass die Leichen entsprechend der religiösen Tradition der Häftlinge behandelt würden. Es sei eine Ermittlung zu dem Vorfall eingeleitet worden.

Nach unbestätigten Berichten waren die Selbstmörder, deren Namen das US-Militär zunächst nicht bekanntgab, in dem am schärfsten bewachten Teil des Lagers untergebracht. Experten zeigten sich daher überrascht, dass es den Männern gelang, sich unbemerkt zu erhängen. Kommandeur Craddock äußerte sich dazu nicht, sondern sagte lediglich, es würden Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Selbstmorde ergriffen. Er verteidigte zugleich die Existenz des Lagers mit den Worten, die Menschen dort seien in Gewahrsam, weil sie anhaltende Gefahr darstellten. „Dies sind keine gewöhnlichen Kriminellen“, sagte der Kommandeur. Er betonte weiter, alle Gefangenen würden human behandelt.

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