US-Gefangener
Hoffen auf Freilassung von Jens Söring

Jens Söring sitzt seit 27 Jahren im Gefängnis. Es sagt, er sei unschuldig. Die Bundesregierung bemüht sich bei US-Behörden um seine Freilassung. Derzeit sieht es aber nicht so aus, dass der Fall auch Präsident Obama bei seinem Berlin-Besuch vorgelegt wird.
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BerlinUnterstützer des seit mehr als zwei Jahrzehnten im US-Bundesstaat Virginia inhaftierten Deutschen Jens Söring haben die Bundesregierung gebeten, den Fall beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin anzusprechen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Markus Löning (FDP), sagte dazu: „Das ist ein Fall, an dem wir intensiv arbeiten, allerdings mit den Behörden von Virginia. Der amerikanische Präsident und die amerikanische Bundesregierung haben keinen Einfluss auf diesen Fall – weder politisch noch rechtlich. Insofern macht es wenig Sinn, es mit ihm direkt abzusprechen.“

Löning betonte aber: „Herr Söring sitzt jetzt seit 27 Jahren im Gefängnis. Nach deutschem Rechtsverständnis hat er damit seine Strafe verbüßt und wäre in Deutschland auf jeden Fall frei. Das ist ein Unterschied im Rechtsverständnis zwischen den USA und uns. Insofern ist die Frage, ob er schuldig ist, für uns nicht relevant.“ Obama kommt nächste Woche für zwei Tage nach Berlin.

Der heute 46 Jahre alte Söring war für schuldig befunden worden, 1985 die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom ermordet zu haben. Er hatte zunächst ein Geständnis abgelegt, dies aber später widerrufen. Nach seiner Darstellung hat Elizabeth Haysom ihre Eltern getötet. Er habe sie mit seinem Geständnis schützen wollen. Haysom wurde zu 90 Jahren Haft verurteilt. Ein demokratischer Gouverneur Virginias hatte 2010 Sörings Überstellung an Deutschland genehmigt. Sein kurz darauf gewählter republikanischer Nachfolger stoppte dies.

Löning sagte: „Herr Söring stellt sich einmal im Jahr dem Bewährungsausschuss von Virginia. Wir tun alles, was wir tun können, um ihn dabei zu unterstützen, dass er auf Bewährung freigelassen wird und in dem Moment könnte er dann auch nach Deutschland kommen.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Es ist unbegreiflich,dass die Regierungen der Welt Menschenleben als so unwichtig erachten.Hat ein Land,eine Regierung,Gesetzgeber nicht alles dafür zu tun,wenn neue entlastende Beweise,neue Möglichkeiten wie DNA Untersuchungen zuzulassen,Zeugen,die Jens Söring entlasten,seine Unschuld beweisen,und das Verfahren neu zu eröffnen?Es ist erschreckend,dass Jens Söring als Politikum mi8ßbraucht wird. Die Amerikaner möchten die Menschenrechte groß schreiben,aber nur auf dem Papier.Dass es in diesem Land,was ich einmal bewundert habe,überhaupt noch die Todesstrafe gibt ist eine Rückentwicklung in die Steinzeit. Jens Söring ist Deutscher Staatsbürger, und hat unsere Regierung nicht alles zu tun,diesen Mann zurück zu holen? Im umgekehrten Fall ,würde ein US Bürger hier in unseren deutschen Gefängnissen festgehalten,würden die Amerikaner Alarm schlagen.

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