US-Geheimdienst weist Vorwürfe zurück
Sgrena-Freund: US-Armee schoss absichtlich

Scharf attackiert hat der Freund der im Irak freigelassenen Journalistin Sgrena die US-Armee. Diese hätte mit voller Absicht auf das Auto geschossen, in dem sie saß.

HB BERLIN. Der Lebensgefährte der im Irak freigekommenen italienischen Journalistin Giuliana Sgrena hat am Samstag schwere Vorwürfe gegen die US-Truppen erhoben. Die US-Soldaten hätten das Auto, in dem die Reporterin zum Flughafen von Bagdad unterwegs war, absichtlich unter Beschuss genommen, sagte Pier Scolari in Rom. «Giuliana hatte bestimmte Informationen, und die amerikanischen Militärs wollten nicht, dass sie da lebend herauskommt», sagte Scolari nach einem Besuch bei Sgrena im Militärkrankenhaus in Rom.

Die Reporterin war gleich nach ihrer Ankunft am Vormittag mit einem Schlüsselbeinbruch in die Klinik gebracht worden. Bei dem Beschuss war ein italienischer Geheimdienstler bei dem Versuch, Sgrena zu schützen, ums Leben gekommen. Zwei weitere Beamte wurden verletzt, einer davon schwer.

Die genauen Umstände des Vorfalls konnten bisher nicht geklärt werden. Jedoch sagte Scolari, die amerikanischen Militärs hätten gewusst, dass die Journalistin in einem Fahrzeug zum Flughafen unterwegs war. Er widersprach damit Spekulationen, wonach Kommunikationsprobleme zu der Tragödie geführt haben.

Wie das italienische Fernsehen am Abend berichtete, glaubt der italienische Geheimdienst jedoch nicht an die Thesen Scolaris: «Es wäre viel einfacher gewesen, wenn die Amerikaner sie von ein paar Agenten hätten töten lassen und den Irakern die Schuld in die Schuhe geschoben hätten», hieß es aus diesen Kreisen.

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