US-Geheimdienstbericht
Nordkorea leistet angeblich Atomhilfe für Syrien

Was bisher erst vermutet worden war, soll jetzt aufgrund von Videoaufnahmen bestätigt werden: Nordkorea hat Syrien beim Aufbau einer Atomanlage geholfen. Das dürfte Konsequenzen haben.

TEL AVIV. Entsprechende Videobeweise gegen Nordkorea will der US-Geheimdienst dem Kongress vorlegen. Auf dem Video sei ein Atomreaktor zu sehen, der dem im nordkoreanischen Yongbyon weitgehend gleiche, wo bis vor kurzem Plutonium für Atomwaffen hergestellt wurde. Auf den Aufnahmen sei auch zu erkennen, dass Nordkoreaner in der mutmaßlichen Atomanlage in Syrien arbeiten, heißt es in Onlineausgaben der „New York Times“ und der „Washington Post“.

Mit dem seit Videoband erhärtet sich der Verdacht, dass der Angriff israelischer Flugzeuge am 6. September der Nuklearanlage im Militärkomplex Al-Kibar an der syrisch-irakischen Grenze gegolten hat. Israel hat seit dem Luftangriff vor sieben Monaten die Attacke nicht offiziell bestätigt. Auch jetzt will sich Jerusalem zu den jüngsten Enthüllungen der syrischen Plutonium-Verbindung mit Nordkorea nicht äussern. Die israelische Regierung befürchtet, dass sie Assad zu gewaltsamen Reaktionen provozieren könnten.

Die Präsentation neuen Materials dürfte politische Konsequenzen haben. Sie könnte erstens die Sechs-Länder-Gespräche (zwischen den USA, Russland, China, Japan sowie Nord- und Südkorea) über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms belasten. Nordkorea und Syrien haben alle Anschuldigungen über eine heimliche Zusammenarbeit im Nuklearbereich scharf zurückgewiesen.

Zudem dürfte die Enthüllung den syrischen Präsidenten Baschar Assad bewogen haben, die bisher geheimen Gespräche über die Rückgabe der Golanhöhen durch Israel öffentlich zu machen. Damit lenkt er den Fokus von der atomaren Aufrüstung auf seine angebliche Friedensbereitschaft. In einem Interview mit einer arabischen Zeitung sagte Assad, Olmert sei zum Rückzug aus dem gesamten syrischen Territorium bereit, das Israel im Sechstagekrieg von 1967 besetzt und später annektiert hat. Entsprechend Botschaften habe er unter Vermittlung des türkischen Premiers Tayyip Erdogan von Olmert erhalten, sagte Assad. Er warnte aber vor übertriebenen Erwartungen. Für direkte Gespräche zwischen Syrien und Israel sei es noch zu früh.

Die Golanhöhen soll Assad jedoch nicht ohne Gegenleistung zurückerhalten. Olmert verlangt von ihm, dass er die Beziehungen zu Terrororganisationen und zur Islamischen Republik neu überdenke. Zu Teheran unterhält Assad enge Beziehungen, ebenso zu Terrororganisationen wie der radikal-islamischen Hamas und der Hisbollah.

Israelische Geheimdienste streiten sich inzwischen darüber, ob Assad die Bedingungen Olmerts erfüllen könne. Beim Mossad dominiert die Meinung, Syrien werde sich nicht von Teheran abkoppeln können, da die Beziehungen zu eng und die wirtschaftliche Abhängigkeit zu stark sei. Der militärische Geheimdienst sieht das allerdings anders. Es sei durchaus möglich, Syrien aus der Achse des Bösen herauszubrechen, wenn der Westen eine Alternative zur Anlehnung an die Mullahs offeriere.

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