US-Geheimdienste lassen Täterschaft-Frage offen: El Kaida bekennt sich angeblich zu Anschlag

US-Geheimdienste lassen Täterschaft-Frage offen
El Kaida bekennt sich angeblich zu Anschlag

Weiter wird gerätselt, wer hinter den Anschlägen von Madrid steckt. Nun gibt es offenbar ein El-Kaida-Bekenntnis dazu. Spanien schließt ebenfalls islamistische Terroristen als Täter nicht mehr aus, die ETA bleibe aber der Hauptverdächtige.

HB MADRID/DUBAI/WASHINGTON. Die in London erscheinende arabischsprachige Zeitung „El Kuds el Arabi“ hat ein vermutlich von der El Kaida stammendes Schreiben erhalten, in dem es heißt: „Wir haben erfolgreich das Herz des Kreuzfahrer-Europas infiltriert und einen der Stützpunkte der Kreuzfahrerallianz getroffen.“ In einem Schreiben soll die Gruppe zugleich den USA gedroht haben, dass ein neuer großer Anschlag auf das Land „zu 90 %“ vorbereitet sei. Die Anschläge von Madrid wurden zudem als „Operation Todeszüge“ bezeichnet. Spanien gehörte zu den engsten Verbündeten der USA im Irak-Krieg. Der Chefredakteur der Zeitung, Abdelbari Atwan, sagte am Donnerstagabend dem britischen Fernsehsender Sky News, die Bekennerbotschaft sei der Redaktion per E-Mail zugegangen.

Die Nachrichtenagentur Reuters in Dubai erhielt eine Kopie des Briefes, der mit „Abu-Hafs-el-Masri-Brigaden“ unterschrieben ist. Es war zunächst nicht möglich, die Echtheit des Schreiben zu überprüfen. Die Zeitung hatte bereits früher ähnliche Briefe von derselben Brigade erhalten, in der diese sich im Namen von El Kaida für die Anschläge auf zwei Synagogen im November in der Türkei und zu dem Anschlag auf das UNO-Hauptquartier in Bagdad im August bekannte.

Spanien reagierte mit Zurückhaltung. Das Schreiben werde „mit äußerster Vorsicht“ analysiert, teilte ein Regierungssprecher mit. Es müsse geprüft werden, ob das Schreiben überhaupt echt sei. Die US-Armee in Bagdad hatte in der vergangenen Woche ein angebliches Schreiben der „Abu-Hafs-el-Masri-Brigaden“ als nicht Ernst zu nehmend bezeichnet, in dem diese die Verantwortung El Kaidas für das Blutbad bei den schiitischen Aschura- Feierlichkeiten im Irak bestritt. Abu Hafs el Masri war der Kampfname des von US-Truppen in Afghanistan getöteten Militärchefs der El Kaida. Abu Hafs hieß mit bürgerlichem Namen Mohammed Atef und war früher in Ägypten Polizist gewesen.

Die Nachricht von dem Bekennerschreiben verstärkte im Nachmittagshandel in New York die Sorge der Investoren vor weiteren Attentaten und schickte die US-Aktienmärkte sowie den Dollar erneut auf Talfahrt.

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