US-Haushalt
Schuldenlage deutlich besser als im Vorjahr

Um den US-Haushalt steht es jetzt besser als vor einem Jahr. Seit dem Schuldenstreit im Sommer und der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit führt US-Präsident Obama einen Sparkurs. Die Schuldenlage ist aber noch angespannt.
  • 5

Washington Die US-Regierung hat das Haushaltsjahr im Oktober mit einem deutlich kleineren Defizit begonnen als im Vorjahr. Es betrug 98,5 Milliarden Dollar (mehr als 70 Milliarden Euro), wie das Finanzministerium am Donnerstag bekanntgab. Im Oktober 2010 lag das Defizit bei 140,4 Milliarden Dollar.

Für das gesamte Fiskaljahr 2012 erwartet die US-Regierung ein Defizit von 973 Milliarden Dollar nach dem mit 1,3 Billionen Dollar zweithöchsten Defizit in der US-Geschichte im Vorjahr. 2009 war ein Rekorddefizit von 1,41 Billionen Dollar verzeichnet worden.

Im September hatte die US-Regierung mitgeteilt, sie strebe an das Haushaltsdefizit bis 2014 drastisch zu senken. Das Defizit solle von den für 2011 erwarteten 8,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bis 2014 auf 2,7 Prozent sinken, hatte Katherine Abraham vom Wirtschaftsberaterstab des Weißen Hauses in Washington gesagt.

Wegen der massiven Staatsverschuldung hatte die Ratingagentur Standard & Poor's den USA im August erstmals die Bestnote AAA entzogen. Zudem wurde der Ausblick für die Kreditwürdigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt negativ bewertet.

Die US-Regierung hatte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr gesenkt. Das Präsidialamt in Washington sagte im September man gehe in diesem Jahr nur noch von einer Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,7 Prozent aus. Im Februar hatte die Regierung von Präsident Barack Obama noch mit einem Wachstum von 2,6 Prozent kalkuliert.

Das Präsidialamt räumte ein, dass die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten nach der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's Spuren hinterlassen hätten. Durch den Sparkurs gehe aber das Haushaltsdefizit schneller zurück als bisher erwartet: Die US-Regierung peilt 8,8 Prozent des BIP an nach zuvor 10,9 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Haushalt : Schuldenlage deutlich besser als im Vorjahr"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • 31.12.2010

    Belgien 96,8%, Bulgarien 16,2%, Tschechien 38,5%, Dänemark 43,6%, Deutschland 83,2%, Estland 6,6%, Irland 96,2%, Griechenland 142,8%, Spanien 60,1%, Frankreich 81,7%, Italien 119,0%, Zypern 60,8%, Lettland 44,7%, Litauen 38,2%, Luxemburg 18,4%, Ungarn 80,2%, Malta 68,0%, Nieder­lande 62,7%, Österreich 72,3%, Polen 55,0%, Portugal 93,0%, Rumänien 30,8%, Slowenien 38,0%, Slowakei 41,0%, Finnland 48,4%, Schweden 39,8%, Großbritannien 80,0%

  • Die Schuldenquote Deutschlands wird für 2011 mit 81% des BIPs angegeben. 2012 rechnet man noch mit 79,5%. Die Quote Frankreichs wird mit 85% des BIPs 2011 und mit 90% im Jahr 2012 publiziert.

    Die US-Schuldenquote beträgt allerdings schon offizielle 99,9% des BIPs. Eine interessante Zahl, nicht wahr? Solche Angaben werden von Lesern leider nicht nur wahrgenommen und weiterverbreitet, sondern auch noch erwartet, was zusätzlich zu den ganzen Lügen nicht nur den Journalisten das Leben erschwert, sondern die Realität in lächerlichster Art und Weise verfälscht. Lächerlich sind aber schon alle Gespräche in der deutschen Ausgabe des TV-Senders Bloomberg gewesen. Ich habe den Ton natürlich immer abgedreht - möchte mich doch nicht auch noch von Werbeidioten der Finanzindustrie beduseln lassen; die US-Ausgabe allerdings ist noch um einiges schlimmer.

    Aber das kann ich trotzdem nicht bestätigen: "... um die Höhe der Staatsverschuldung (die niedriger liegt als die Frankreichs) ..."

  • Dann nehmen Sie bitte russische Äusserungen zur Zukunft Europas Freizügigkeit in der Zukunft um so ernster. Das fällt Ihnen dann sicher leichter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%