US-Haushaltsstreit
„Die Wall Street sollte besorgt sein“

Die Chefs der Deutschen Bank, Goldman Sachs und anderen Banken haben von Obama eine schnelle Lösung im Haushaltsstreit gefordert. Ein Reißen der Schuldenobergrenze, hieß es, sei „extrem ungünstig“ für die Finanzwelt.
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WashingtonHochrangige Wirtschaftsvertreter haben nach einem Treffen mit US-Präsident Barack Obama eine schnelle Lösung im Haushaltsstreit gefordert. Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein sagte am Mittwoch, die Teilnehmer hätten zwar unterschiedliche politische Ansichten. Einig sei man sich jedoch, dass ein langfristiger Haushaltsnotstand und ein Reißen der Schuldenobergrenze „extrem ungünstig“ für die Finanzwelt sein würde. An dem Treffen nahmen auch die Chefs der Deutschen Bank, Citigroup, JPMorgan und Bank of America teil.

Obama hat die Finanzwelt vor negativen Folgen des Budgetstreits in Washington gewarnt. Es handele sich derzeit nicht um das übliche politische Haushaltsgerangel, sagte Obama am Mittwoch in einem Interview des TV-Senders CNBC. „Ich glaube, diesmal ist es anders. Diesmal sollte die Wall Street besorgt sein.“

Ein US-Notenbanker glaubt zudem, dass die Blockade den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik verzögern könnte. Die US-Notenbank Fed könnte Schwierigkeiten damit haben, zu beurteilen, wie es um die US-Wirtschaft stehe, sagte der Präsident der Fed von Boston, Eric Rosengren. „Wenn wir keine guten, verlässlichen staatlichen Statistiken haben, ist es deutlich schwerer, zu sagen, was los ist“, sagte er. „Bei mir sinkt die Bereitschaft, die Konjunkturstützen auslaufen zu lassen, so lange, bis wir gute Daten haben.“

Im September hatte die Fed überraschend ihr Wertpapier-Ankaufprogramm nicht angetastet. Die Notenbanker wollen zunächst noch weitere Anzeichen dafür sehen, dass die US-Wirtschaft wieder in Schwung kommt.

Auch ein 90 Minuten langes Spitzengespräch zwischen Obama und führenden Vertretern beider Parteien im Kongress am Mittwochabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington blieb ohne Ergebnis. Die oppositionellen Republikaner und Obamas Demokraten können sich weiter nicht auf ein Übergangsbudget einigen, um die geschlossenen öffentlichen Einrichtungen wieder zu öffnen. „Der Präsident bekräftigte heute Abend einmal mehr, dass er nicht verhandeln wird“, sagte der republikanische Parlamentsvorsitzende John Boehner.

Beide Kammern des Kongresses setzen die nächsten Sitzungen für Donnerstagvormittag (Ortszeit) an.

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  • Die USA haben noch gar nicht angefangen zu sparen und jammern schon und jammern und jammern-ohne Sinn und Verstand.

  • 'Israel muss möglicherweise wegen des Haushaltsstreits auf Geld für sein Militär warten'
    Das waere natürlich das allerschlimmste, was der Welt passieren könnte

  • Besorgt sein sollte man, daß in der vermeintlichen "Supermacht" inzwischen 40 Millionen Menschen Lebensmittelkarten-Empfänger sind.
    USA schafft sich selbst ab....

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