Sturz von Fiskalklippe immer wahrscheinlicher

US-Haushaltsstreit
Sturz von Fiskalklippe immer wahrscheinlicher

Die Weihnachtstage bringen dem US-Haushaltsstreit keine Beruhigung – im Gegenteil. Die Kontrahenten gehen mit Schuldzuweisungen in den Urlaub. Die Wall Street reagiert am Heiligabend entsprechend dünnhäutig.
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WashingtonKurz vor Weihnachten gibt es bei einigen US-Abgeordneten nur noch wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung des erbitterten Haushaltsstreites. Der unabhängige Senator Joe Lieberman sagte am Sonntag im Sender CNN, zum ersten Mal sei der Sturz von der sogenannten Haushaltsklippe wahrscheinlicher als eine Beilegung des Streites.

Sollte dies passieren, würde der Kongress vielleicht so unverantwortlich wie nie zuvor gehandelt haben, kritisierte der Politiker. Ohne eine Einigung drohen im Januar Steuererhöhungen für praktisch alle Amerikaner und automatische Sparmaßnahmen. Experten befürchten, dass die Wirtschaft dann in eine Rezession fallen könnte.

Präsident Barack Obama und der republikanische Verhandlungsführer John Boehner sind im Urlaub und verhandeln nicht mehr miteinander. Auch der Kongress hat wegen der Weihnachtsfeiertage eine Pause eingelegt und nur noch wenig Zeit, um vor dem Jahreswechsel aktiv zu werden. Am Sonntag zeichneten sich keine Kompromisse ab, die eine Übergangslösung ermöglichen könnten. Für diesen Weg hatte sich Obama am Freitag ausgesprochen.

Der US-Haushaltsstreit setzt auch der Wall Street weiter zu: Die schwindende Hoffnung auf eine Lösung des Konflikts belastete auch am Heiligabend in New York den Handel. Die Investoren würden die Möglichkeit eines Scheiterns der Verhandlungen als realistisch einschätzen, sagte Andre Bakhos von Lek Securities in New York.

Hintergrund der Auseinandersetzung sind Steuererleichterungen aus der Regierungszeit von Präsident George W. Bush, die am 01. Januar auslaufen. Während viele Republikaner Steuererhöhungen strikt ablehnen, will Obama Reiche stärker belasten. Nach dem Auslaufen der Erleichterungen könnte es aber für den Kongress einfacher sein, einer Lösung zuzustimmen. Die Abgeordneten müssten dann nur erneuten Steuersenkungen zustimmen, statt sie für bestimmte Einkommensklassen anzuheben.

Demokraten und Republikaner gaben sich am Wochenende erneut gegenseitig die Schuld dafür, dass noch keine Lösung gefunden wurde. So werfen Konservative Obama vor, die Haushaltsklippe bewusst in Kauf zu nehmen, um dem Gegner die Schuld zuweisen zu können. Demokraten äußern dagegen die Vermutung, Boehner wolle vor dem 03. Januar keine Lösung.

Dann trifft das im November gewählte Repräsentantenhaus zusammen und bestimmt einen neuen Vorsitzenden der Parlamentskammer. Der demokratische Senator Charles Schumer sagte im Sender CBS, Boehner lehne einen Kompromiss ab, weil er ansonsten um seine Wiederwahl als Sprecher der Kammer fürchten müsse. Boehner weist dies zurück.

Der Streit zwischen den Parteien könnte die Finanzmärkte in der Weihnachtswoche einbrechen lassen. Bislang reagierten Investoren auf Nachrichten von den Verhandlungen eher gelassen. Nun gibt es aber keine Aussicht auf eine schnelle Einigung. An der Wall Street wird am Mittwoch wieder normal gehandelt. Wegen der Feiertage wird mit geringen Umsätzen gerechnet.

 

Kommentare zu "Sturz von Fiskalklippe immer wahrscheinlicher"

Alle Kommentare

  • Ängstige dich nicht, Berliner CDU/CSU/FDP/SPD/Grüne Politiker leisten dir Beistand..

  • Jungs? Wenn ich an mir runter schaue, gehe ich doch glatt als Mädchen durch. Ätsch.


  • Jungs: meine Banker koksen , meine EU Argonauten befinden sich auf einer Dauerirrfahrt. Neuere Geschichte.

  • Vollgekokste Banker? Hab ich was verpasst? Mein Banker ist immer sauber und ordentlich angezogen, kann geradeaus laufen, klar und deutlich sprechen. Was der wohl nimmt? Ich frag ihn mal, vielleicht hilft es mir ja auch.



  • @ PubliusAeliusHadrianusOlympios

    Welttäuscherer .... was für ein schönes Wort. Sollte ich einreichen, vielleicht wird es das Wort des Jahres 2013.

    Es gibt heute jede Menge solcher Welttäuscherer. Nur wird die Welt von Politikern auf einem anderen Niveau getäuscht und vielleicht ist die Anarchie doch die bessere Demokratie. Man sollte es ausprobieren. Allerdings kommen mir leise Zweifel, ob das in der Moderne funktionieren kann, wenn wir es noch nicht einmal schaffen, eine Volksabstimmung in unser Grundgesetz zu bringen und diese dann auch zu leben. Gibt genug andere Länder die uns das vormachen.

    Aber bitte jetzt nicht in diesem Zusammenhang die Schweiz nennen. Die Eidgenossen können mit ihrer "Demokratie" gar nicht umgehen. Aber das zu erklären, würde hier den Rahmen sprengen.

    Auch wir haben im Grunde keine Demokratie. "Alle Macht dem Volke", das kann man auf einen Lachsack aufsprechen, damit bringt man viel Witz in die Gemeinschaft.

    Wir werden doch mittlerweile diktatorisch regiert. Sehen wir uns nur mal an, mit welch einer Inbrunst unsere Steuergelder verschleudert werden um andere Staaten zu retten. Alles über die Köpfe des Souveräns hinweg. Politiker sagt, Politiker macht.

    Vielleicht sollten wir ein bissel Kohle an die USA schieben, dann haben die ein Problem weniger, Deutschland eins mehr und alle können beruhigt in die Ferien gehn.


  • Argonautenirrfahrt???? ....hääää? Jason irrte nicht. Der Einzige, der sein Ziel nicht gleich fand, war nach Homer Odysseus. Und das war 1...200 Jahre später

  • "...zum ersten Mal sei der Sturz von der sogenannten Haushaltsklippe wahrscheinlicher als eine Beilegung des Streites. Sollte dies passieren, würde der Kongress vielleicht so unverantwortlich wie nie zuvor gehandelt haben..."

    Getreu dem Motto "wer nicht hören will, muss fühlen" wird der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation, die Natürliche Wirtschaftsordnung, allein durch das Verhältnis zweier kollektiver Ängste bestimmt. Die reale Angst vor der bevorstehenden Auslöschung unserer gesamten "modernen Zivilisation" durch die globale Liquiditätsfalle (Armageddon) muss insgesamt größer werden als die seit Urzeiten eingebildete Angst vor dem "Verlust" der Religion, dem Erkenntnisprozess der Auferstehung:

    http://www.juengstes-gericht.net

    Um das Elend nicht noch länger ertragen zu müssen, wäre es also zu begrüßen, wenn sich der US-Senat möglichst "unverantwortlich" verhält.

  • @Recovery

    In der attischen 'Demokratie', die korrekterweise und im Gegensatz zur allgemeinen heutigen Definition, eher eine Anarchie war- Anarchie - direkte Volksherrschaft, ohne Regierung im heutigen Sinne. Vom Volk bestimmte Beamte auf Zeit, die sich unter Strafe nicht bereichern durften. Frevler wurden in die Verbannung geschickt und ihrer Bürgerrechten entledigt - und das vor 2500 Jahren!!! Aber das Christentum meinte ja auch 1800 Jahre nach Aristarchos von Samos Kopernikus hinrichten zu müssen, nur weil er bei den alten Griechen abgeschrieben hatte und die Welt vorsätzlich täuschte.


  • Aberttausende vollgekokste Banker begründen ihr Schaffen/Lebensinhalt im Schnüren ihnen selbst unverständlicher Finanzpakete , um noch mehr "Faulende" am Leben zu erhalten.

    Produktivitaet, wirtschaftliches Handeln im eigentlichen Sinne ist ihnen fremd, insofern gelten nun anstehende Fisklaklippen, Steuererhöhungen nur als logischer Schritt auf der fortwährenden Argonautenirrfahrt.

    Länder mit Lebensinhalt "Finanzdienstgeschäfte" und importierten BIP-Konsum kippen halt nun in diesen Zeiten, in Europa stellen sich einige Länder auf schon vorgefertigte Klippensprungbretter.

    Ob sie das rettende Meer erreichen ?.

  • Die Amis haben sich den bevorstehenden Sturz redlich verdient. Ein kopfkrankes Volk!

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