US-Invasion
Chronik: Der Irak seit 2003

Vor vier Jahren marschierten die USA und ihre Verbündeten im Irak ein. Seitdem sind dort zehntausende Zivilisten und tausende Soldaten getötet worden. Die Nachrichten von der Festnahme und Hinrichtung des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein sind um die Welt gegangen. Eine Chronik der wichtigsten Ereignisse.

2003

20. März: US- und britische Soldaten marschieren von Kuwait aus in den Irak ein.

9. April: US-Truppen nehmen Bagdad ein, Saddam Hussein entkommt.

13. Juli: Der irakische Regierungsrat kommt zum ersten Mal zusammen. Die 25 Mitglieder wurden unter US-Aufsicht ausgewählt.

19. August: Bei einem Selbstmordanschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad werden 22 Menschen getötet, darunter der UN-Gesandte Sergio Vieria de Mello.

29. August: Eine Autobombe in Nadschaf tötet mindestens 83 Menschen. Bei dem Anschlag an der Imam-Ali-Moschee kommt auch der schiitische Anführer Ajatollah Mohammed Baker al-Hakim ums Leben.

13. Dezember: US-Truppen fassen Saddam Hussein in der Nähe von Tikrit. US-Gouverneur Paul Bremer verkündet die Nachricht mit den Worten: „Wir haben ihn.“

2004

2. März: Bei zwei Anschlägen in Bagdad und Kerbela werden 171 Menschen getötet.

8. März: Der Regierungsrat unterzeichnet eine Übergangsverfassung.

17. Mai: Der Chef des Regierungsrats, Issedin Salim, wird bei einem Selbstmordanschlag getötet.

1. Juni: Der Regierungsrat wird aufgelöst. An seine Stelle tritt die Übergangsregierung unter Ijad Allawi. Ghasi al-Jawar wird zum Präsidenten ernannt.

28. Juni: Die USA geben die Souveränität über den Irak offiziell ab. Die Übergangsbehörde wird aufgelöst, Bremer verlässt das Land.

2005

30. Januar: Die von Schiiten geführte Vereinigte Irakische Allianz dominiert bei den Wahlen zur Übergangsregierung. Die meisten Sunniten gehen nicht zur Wahl.

16. März: Die Nationalversammlung kommt zum ersten Mal zusammen. Am 6. April wählt sie den Kurden Dschalal Talabani zum Präsidenten des Landes. Außerdem bestätigt sie das Kabinett unter Ibrahim al-Dschaafari von der schiitischen Dawa-Partei. Ihre Hauptaufgabe ist die Ausarbeitung einer Verfassung, auf deren Basis ein Parlament gewählt werden soll.

15. Oktober: Per Volksentscheid wird die Verfassung ratifiziert. 78 Prozent der Iraker stimmen dafür, die Mehrheit der Sunniten votiert dagegen.

19. Oktober: Der erste Prozess gegen Saddam Hussein beginnt. Er wird wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Es geht unter anderem um ein Massaker an 148 schiitischen Männern und Jungen aus dem Dorf Dudschail, in dem 1982 ein Anschlag auf Saddam verübt wurde. Saddam plädiert auf nicht schuldig.

15. Dezember: Parlamentswahl. Dabei ist die sunnitische Wahlbeteiligung hoch.

2006

10. Februar: Nach dem offiziellen Endergebnis verfehlt die schiitische Vereinigte Irakische Allianz mit 128 Sitzen die absolute Mehrheit knapp. Die verschiedenen sunnitischen Parteien kommen auf 58, der Kurdische Block auf 53 Sitze.

22. Februar: Die Zerstörung eines schiitischen Heiligtums in Samarra löst eine Welle der Gewalt zwischen Anhängern der verschiedenen Religionsgruppen aus. Die Angst vor einem Bürgerkrieg wächst.

16. März: Erste Sitzung des neuen Parlaments. Die Regierungsbildung verzögert sich, weil der schiitische Kandidat für den Posten des Ministerpräsidenten – Amtsinhaber Dschaafari – auf den Widerstand der Sunniten und Kurden stößt.

7. April: Präsident Talabani wird vom Parlament im Amt bestätigt.

22. April: Talabani beauftragt den Schiiten Nuri al-Maliki, eine neue Regierung zu bilden. Dschaafari zieht sich zurück.

21. Mai: Das Kabinett kommt zum ersten Mal unter Maliki zusammen.

7. Juni: Der Al-Kaida-Anführer im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, wird bei einem Angriff irakischer und US-Soldaten getötet.

5. November: Das Sondertribunal befindet Saddam Hussein wegen des 1982 verübten Massakers an Schiiten für schuldig. Das Urteil lautet später Tod durch den Strang wegen´Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

23. November: Sechs Autobomben in verschiedenen Teilen des Bagdader Schiiten-Viertels Sadr-City töten 202 Menschen.

30. Dezember: Saddam Hussein wird hingerichtet.

2007

3. Februar: Beim schwersten Einzelanschlag seit der US-Invasion werden 135 Menschen getötet und 305 verletzt. Ein Selbstmordattentäter zündete in einem Lastwagen auf einem Markt in der Bagdader Innenstadt eine Bombe.

14. Februar: Die Regierung startet eine von den USA unterstützte Offensive, um den Kreislauf der Gewalt in Bagdad zu durchbrechen.

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