US-Japan-Gipfel
Händedruck mit Augenrollen

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Treffen bringt etwas Beruhigung


Das erneute Treffen der beiden brachte dem Japaner immerhin etwas Beruhigung. Trump versicherte am Freitag, dass die Allianz ein Eckstein für Friede und Stabilität in der asiatisch-pazifischen Region sei. „Es ist wichtig, dass beide, Japan und die USA, weiterhin sehr kräftig in die Allianz investieren und unsere Verteidigung und unsere Verteidigungsfähigkeiten ausbauen“, sagte Trump in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Abe betonte derweil, dass die USA ihre Sicherheitsgarantie erneuert hätten. „Wir haben eine unerschütterliche Verbindung“, sagte er. Beide Seiten würden das Versprechen teilen, die Beziehungen zu stärken.

Die Hauptstoßrichtungen bleiben dabei die Eindämmung Chinas und Nordkoreas, das nach jüngsten Angaben südkoreanischer Experten genug angereichertes Uran und Plutonium für 60 Atombomben hat. Besonders China steht derzeit bei Trump hoch im Kurs als künftiges Feindbild.

So versicherten beide Seiten, die Freiheit der Seeschifffahrt zu garantieren. Diese Sprachregelung ist klar gegen China gerichtet, das nicht nur von Japan kontrollierte Inseln, sondern auch die Riffs und Eilande im südchinesischen Meer beansprucht. Dabei hatte das internationale Schiedsgericht Chinas Ansprüche zurückgewiesen. Die USA erklärten zudem wiederholt, dass die unbewohnten, von Japan kontrollierten und von China reklamierten Eilande Teil der Sicherheitsallianz seien.

Noch ist allerdings nicht klar, welchen Preis Japan letztlich für diese Zusicherung wird zahlen müssen. Beide Seiten vereinbarten auch bilaterale Wirtschaftsverhandlungen zu starten. Und erst dort wird sich zeigen, wie hart Trump die Hände seiner Handelspartner schütteln wird.

Abe hat womöglich erst einen Vorgeschmack bekommen. Denn Japan hat vor Deutschland den zweitgrößten Handelsbilanzüberschuss im Warenaustausch mit den USA und darf sich damit Trumps besonderer Aufmerksamkeit sicher sein.

Diese Position ist nicht beneidenswert. Schon im Wahlkampf hatte Trump seinen wichtigsten ostasiatischen Verbündeten als Währungsmanipulator angegriffen. Doch auch sein Amtsantritt machten ihn nicht stiller. Wiederholt gerieten nicht nur Japan, sondern mit Toyota einer der größten japanischen Investoren in den USA in seine Tweets.

So griff er Toyota für die Entscheidung an, eine Autofabrik in Mexiko zu bauen, und drohte hohe Strafzölle an. Denn unter seinem Slogan „Amerika zuerst“ will Trump möglichst viele Fabriken zurück in die USA holen. BMW kennt das Gefühl, wegen eines Verstoßes gegen Trumps Anti-Mexiko-Politik an den trumpschen Twitterpranger gestellt zu werden.

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