US-Konjunktur

Wie stark ist Amerikas Aufschwung?

Mit Spannung werden heute die US-Arbeitslosenzahlen erwartet. Aktuelle Konjunkturdaten lassen Ökonomen hoffen, dass Amerika die strukturellen Probleme abschüttelt. Doch die Risiken sind noch nicht verschwunden.
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In den USA stehen die Zeichen auf Aufschwung. Quelle: ap

In den USA stehen die Zeichen auf Aufschwung.

(Foto: ap)

New YorkLängst gibt es wieder hoffnungsvolle Signale, die die US-Wirtschaft aussendet. Die Amerikaner schauen wieder zuversichtlich in die Zukunft. Ihre Häuser steigen im Wert, die Schulden nehmen ab, und das zusätzliche Geld wird in den Konsum gesteckt. Zugleich verbucht die Industrie mehr Aufträge, während die Börsen von einem Rekordhoch ins nächste taumeln. Ob diese Daten mehr sind als nur Zeichen der Hoffnung wird sich am Freitagnachmittag herausstellen.

Am Nachmittag gibt das US-Arbeitsministerium die Arbeitslosenzahlen aus dem Mai bekannt, dann wird sich zeigen, ob die US-Wirtschaft auf ihrem Erholungskurs bleibt. „Dieser Arbeitsmarktbericht wird wohl die meiste Aufmerksamkeit bekommen in diesem Aufschwung“, sagte der US-Chefökonom der Großbank Barclays, Dean Maki, im TV-Sender CNBC.

Ökonomen rechnen zwar damit, dass die Quote gegenüber April bei noch immer noch hohen 7,5 Prozent verharren oder höchstens leicht auf 7,4 Prozent sinken wird. In der größeren Perspektive aber geht sie schon seit Jahren zurück.

Fast vergessen scheinen inzwischen die Zeiten, als die US-Wirtschaft regelrecht in Trümmern lag. Noch Anfang 2009, nach dem Höhepunkt der Finanzkrise, hatte es nichts als deprimierende Nachrichten gegeben. Jeden Monat verloren Hunderttausende ihren Job, die Arbeitslosenquote kletterte auf zehn Prozent, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Rekordtempo.

Doch das war gestern. „Wir sehen eine wirtschaftliche Erholung, die aus mehreren Rohren feuert: Häusermarkt, Kredite, Jobs, Zuversicht“, sagte James Paulsen, Investment-Stratege bei Wells Capital Management, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Zwar werde sich das Wachstum nicht rasant beschleunigen. Doch sei mittlerweile klar, dass der Aufschwung real ist.

Bernanke: Der Aufschwung ist noch zu schwach
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15 Kommentare zu "US-Konjunktur: Wie stark ist Amerikas Aufschwung?"

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  • Das Problem ist, dass Die Unternehmen in den USA Erdgas kaum exportieren dürfen. Das führte zu enorm niedrigen Preisen und machte Kalkulationen (z.b. von Chesapeak) zunichte und deckelt die Produktion. Bei Preisen über 4 Dollar kann auch wieder mehr wirtschaftlich produziert werden. Wobei das Handelsdefizit durchaus sinkt: http://www.usdebtclock.org/ mal 2013 mit 2008 vergleichen. Mit zunehmenden Exportgenehmigungen könnte sich hier etwas tun.

  • Der mittlerweile (fast) alltägliche Desinformations-Wahnsinn:
    "Payrolls in U.S. rise 175,000 as Unemployment climbs to 7,6%".
    Ja, sonnenklar, es stehen mehr Arbeitnehmer in Lohn und Brot, und die Arbeitslosigkeit steigt trotzdem. Welche kruden, irrsinnigen Berechnungsmethoden finden da Verwendung??
    Und was macht der DAX bei diesen widersinnigen, ach so tollen "Job-Daten": gleich mal einen "Freudensprung" um ca. 100 Punkte. Der alltägliche Börsen-Wahnsinn mittlerweile...
    Und was sagen die "Shadow-Government-Daten" von John Williams dazu? Eine Unemployment-Rate von ca. 23%, Tendenz steigend. Depressions-Niveau. Die Amis können also nicht nur am besten abhören und überwachen, sondern auch am besten Statistiken fälschen. Einer der wenigen Beschäftigungsfelder, wo es auch zukünftig in Amiland heißen wird: "Payrolls rise"...

  • Dass Aufschwung nicht bdeutet den 7. Himmel zu erreichen, sondern nur eine positive Veränderung beschreibt. Und die gab es: weniger Arbeitslose (sowohl official als auch actual), weniger Neuverschuldung, mehr Nettovermögen und auch weniger Lebensmittelmarkenempfänger. Wer Krebs hatte und danach eine Lungenentzündung hat, dem geht es eben auch besser als vorher, aber auch nicht gut. Das "schwafel" ich.

  • Teil III
    Keine andere ökonomische Kennzahl deutet auf eine Erholung der US-Wirtschaft hin – weder die realen Einzelhandelsumsätze noch der Haus- und Wohnungsbau, das Konsumentenvertrauen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder die durchschnittlichen Wochenlöhne und -gehälter.
    Die realen Einkommen der Konsumenten in den USA stagnieren oder fallen sogar. Die Konsumenten sind zu hoch verschuldet, als dass sie ihre Ausgaben mit noch höheren Schulden finanzieren könnten. Ohne wachsende Konsumnachfrage kann eine Volkswirtschaft, die von der Konsumnachfrage abhängig ist, allerdings nicht vorankommen.
    Mehr und mehr US-Bürger geraten in wirtschaftliche Not. Städte verfallen. Aus Downtowns werden Notowns. Halleluja.
    http://www.neopresse.com/politik/usa/usa-wirtschaftshype-vater-staat-belagert-die-geisterstadte/

  • Teil II
    Und von den ca. 17 Billionen $ Staatsschulden, mit dem der "Aufschwung" der USA seit dem Zusammenbruch des Weltfinanzbetrugssystems finanziert wurde, mal gar nicht zu reden.

    Nachdem das Perpetuum-Mobile, Leben auf Pump in den USA anno 2007 kollabierte, wo durch die Verbriefungsbetrügereien die ganze Welt den Wohlstand 10 Jahre lang finanzierte - is Feierabend.

    Nur ein Reset im Finanzbetrugssystem, einem Trennbankensystem und in Europa die Rückabwicklung des Spaltpilzes Euro ermöglichen den westl. Ind.staaten einen Wohlstand, der vielleicht der Hälfte des Derzeitigen entspricht - trotz des demografischen Problems.
    http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,899442,00.html



    Die De-Industrialisierung hat den Vereinigten Staaten das Genick gebrochen. Im Zuge des Offshorings – der Verlagerung der Produktion von Waren für den amerikanischen Markt in Billiglohnländer, um Lohnunterschiede auszunutzen – wurden bereits Millionen Arbeitsplätze der amerikanischen Mittelklasse vernichtet. Die einst so dynamische Mittelklasse löst sich auf.

    Entgegen den Medienberichten steckt die US-Wirtschaft nach wie vor in der Rezession. Ein realer Aufschwung ist nicht in Sicht. Statt der offiziell gemeldeten Inflationsrate von 2% (CPI-U) sieht Statistiker John Williams von Shadowstats.com die wahre US-Inflationsrate aktuell bei 9,6 Prozent (er misst die Inflationsrate weiterhin anhand der Methode, mit der die US-Regierung sie noch 1990 offiziell gemessen hat).
    Die U.3-Arbeitslosenquote sinkt nur deshalb, weil sie nicht all jene Arbeitskräfte mitzählt, die ihre Arbeitsplatzsuche entmutigt aufgegeben haben. Vielmehr beträgt die tatsächliche Arbeitslosenquote das Zwei- bis Dreifache der offiziell gemeldeten Quote.

  • +++ Der erträumte Aufschwung – vor allem in den USA – eine Fata-Morgana +++
    Einen Minimalaufschwung in den meisten westl. Ind.staaten, nicht nur in den USA, wird ausschließlich durch eine noch aggressivere Neuverschuldung hervorgezaubert. Das war es dann auch schon.

    40 Fakten, die Sie nicht glauben werden.
    http://www.rottmeyer.de/40-fakten-die-sie-nicht-glauben-werden/

    Amerikas einzige Hoffnung auf einen Aufschwung, die eigene Energieversorgung durch Fracking sicher zu stellen, schmilzt wie Schnee in der Sonne dahin.
    Eines der weltweit größten Fracker/Schiefergasunternehmen Chesapeake Energy leitete 2012 den Verkauf von Anlagen im Wert von schätzungsweise knapp sieben Milliarden Dollar ein, um seine drückende Schuldenlast von mehr als elf Milliarden zu reduzieren.

    Brisanter noch ist aber dieser Vorwurf von Rogers: "Die zu erwartenden Einnahmen von Schieferfirmen wurden ähnlich wie die hypothekenbesicherten Derivate vor der Finanzkrise 2008 gebündelt und mit der fragwürdigen Besicherung an Fonds verkauft."

    Zweifel gibt es aber nicht nur an der Profitabilität der Schieferfirmen und an der Haltbarkeit des aktuellen Booms. Investmentbanken selbst beginnen den Segen des Booms für die Konjunktur anzuzweifeln.

    Dass die von vielen Beobachtern versprochene Renaissance der amerikanischen Industrie im Sog niedrigerer Energiepreise noch nicht eingetreten ist, das belegen auch die Exportzahlen der USA. Der Anteil der USA an den weltweiten Exporten hätte bei einer solchen Renaissance zunehmen müssen. Das wird aber laut den Zahlen der OECD nicht belegt.

    Das lässt die angebliche Renaissance des Industriesektors in den USA als Flop erscheinen.
    Denselben Eindruck vermitteln auch die Zahlen der US-Notenbank, die zeigen, dass das Wachstum der Beschäftigung in der US-Industrie zuletzt eher nachgelassen hat.

    Die ganze Hoffnung der 48 Millionen Empfänger von Food-Stamps in den USA ist wieder wie ein Kartenhaus in sich zusammengefallen.

  • WAS ist ein "AUFSCHWUNG"?

    WER ist "AMERIKA"?

    Einen "Aufschwung" im Sinne eines stetig wachsenden Wohlstandes breiter Bevölkerungsschichten gibt es in den USA nicht, genausowenig wie in EUROPA.

    ...und eigentlich ist Amerika ein Kontinent und nicht deckungsgleich mit den USA...

  • Von was schwafelt TimoE?

  • Man kann es nicht mehr fassen, wie sich diese Schreiberlinge nach der Fahne des Politbueros drehen.
    Liest man die Einleitung und kennt man sich in der Szene auch nur andeutungsweise aus, so muss man davon ausgehen, dass der Aotor wohl auf einem anderen Planeten lebt! Aber wieso muss er sich dann nach den Vorgaben des Politbueros richten? Reicht der Arm der Strippenzieher nun schon ins All?

  • Bernanke soll endlich die Zinsen anheben,sonst schafft er die größte Aktienblase der Geschichte und dann will´s wieder keiner gewesen sein-siehe 00 und 07.Aber Bernanke ist selber investiert und sucht deshalb ständig Ausflüchte z.B.beim Arbeitsmarkt. Aber schon jetzt fehlen Fachkräfte in der US-Wirtschaft.Deshalb musste jüngst die Green-Cart ausgeweitet werden.Arbeitslos sind jetzt fast nur noch Un-und Angelernte.Aber statt auf Bildung ,setzt Bernanke auf niedrige Zinsen-das geht nicht gut.

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