US-Militär: Gericht kippt Schwulen-Regelung beim US-Militär

US-Militär
Gericht kippt Schwulen-Regelung beim US-Militär

Wenn sich ein US-Soldat öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt, muss damit rechnen, aus den Streitkräften ausgeschlossen zu werden. Diese Regelung hatte einst Präsident Bill Clinton eingeführt. Damit ist bald Schluss. Ein kalifornisches Bundesgericht hat das Gesetz nun gekippt.
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HB WASHINGTON. Der Ausschluss von sich offen bekennenden Homosexuellen aus den Streitkräften verstoße gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung. Die Entscheidung einer Bundesrichterin erhöht den Druck auf den US-Kongress, die gesetzliche Regelung zum Schwulen-Bann abzuschaffen. Präsident Barack Obama unterstützt diesen Schritt, und das Abgeordnetenhaus hat auch schon grünes Licht gegeben. Aber im Senat hängt der Gesetzentwurf fest.

Verteidigungsminister Robert Gates tritt allerdings dafür ein, dass ein neues Gesetz erst dann umgesetzt wird, wenn das Militär auch ein Konzept für die Integration Homosexueller in die Streitkräfte ausgearbeitet hat. Deshalb dürfte die Regierung auch Berufung gegen den Richterspruch einlegen. Mittlerweile wird die Regelung aber ohnehin bereits weniger strikt angewendet.

Eine Gruppe republikanischer Schwuler hatte gegen die 1993 beschlossene "Don't ask, don't tell"-Politik (Frage nicht, sage nichts) geklagt. Nach Angaben von Homosexuellenverbänden wurden in den vergangenen 17 Jahren mehr als 10 000 Schwule und Lesben aus der Armee entlassen, nachdem ihre Orientierung bekanntgeworden war.

Kommentare zu " US-Militär: Gericht kippt Schwulen-Regelung beim US-Militär"

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  • ich würde sagen, Amerika ist gesellschaftlich noch ein bisschen im Mittelalter... hierzulande stellt das kein Problem dar, schwul zu sein.
    Schon grotesk, dass das Don't ask, don't tell 1993 eingeführt wurde zu einer Zeit, in der man in Deutschland über die integration und Toleranz von schwulen Männern sprach.

  • "..ein Konzept für die integration Homosexueller..."
    Die haben doch echt den Schuss nicht gehört - soll man nicht meinen, bei Streitkräften.

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