US-Militär hatte Misshandlungen als Einzeltaten abgetan
Pentagon räumt Misshandlungen auf Guantánamo ein

Amerikanische Militärermittler haben nach einem Bericht der „New York Times“ die Misshandlung von Gefangenen auf dem US-Stützpunkt Guantánamo eingeräumt. Das gehe aus einem noch geheimen Untersuchungsbericht hervor, berichtete die Zeitung am Sonntag.

HB WASHINGTON. Die Untersuchung war angeordnet worden, nachdem Verhörspezialisten der Bundespolizei FBI ihre Vorgesetzten wegen der Behandlung der Gefangenen alarmiert hatten. Nach ihren Angaben haben weibliche Soldaten einige Gefangene unsittlich angefasst, andere wurden gezwungen sich auszuziehen und stundenlang in unbequemer Haltung gefesselt am Boden zu verharren. Ob der leitende Ermittler, Luftwaffe-Generalleutnant Randall Schmidt, Disziplinarmaßnahmen empfehle, sei noch unklar, berichtete die Zeitung.

Auf dem Stützpunkt werden mehrere hundert ehemalige Kämpfer teilweise seit mehr als drei Jahren festgehalten. Die meisten waren in Afghanistan und im Irak aufgegriffen wurden. Die USA halten sie für Terroristen und gesetzlose Kämpfer, denen kein Rechtsschutz zustehe. Dagegen protestieren Menschenrechtsgruppen und Regierungen in aller Welt.

Zahlreiche inzwischen freigelassene Gefangene haben selbst immer wieder von Misshandlungen berichtet. Das US-Militär hatte solche Berichte als Einzelaktionen von Soldaten abgetan, die dafür bestraft worden seien. Nach den detaillierten Angaben der FBI-Agenten sah sich das Pentagon zu einer umfassenden Untersuchung gezwungen.

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